Donnerstag, 19. September 2019

Fielmann-Konkurrent schlüpft unter Dach eines Brillenriesen Ray-Ban-Mutter bietet Milliarden für Apollo-Optik

Ray-Ban-Mutter will Apollo Optik übernehmen

Die deutsche Optiker-Kette Apollo Optik gehört künftig dem für Ray-Ban-Brillen bekannten Konzern EssilorLuxottica Börsen-Chart zeigen. Das französisch-italienische Unternehmen will für bis zu 7,2 Milliarden Euro den niederländischen Brillen-Filialisten GrandVision Börsen-Chart zeigen schlucken, zu dem auch die gut 800 Apollo-Filialen in Deutschland gehören, teilte EssilorLuxottica kürzlich mit.

Mit dem Mehrheitseigentümer von Grand Vision, dem Investor HAL, dem Vorstand und dem Aufsichtsrat, sei man sich bereits einig. EssilorLuxottica war selbst erst vor einem Jahr aus dem französischen Brillenglas-Hersteller Essilor und dem Brillengestell-Konzern Luxottica entstanden.

GrandVision betreibt in mehr als 40 Ländern weltweit gut 7000 Filialen mit 37.000 Mitarbeitern. Apollo Optik sieht sich gemessen an der Zahl der Standorte als Deutschlands größte Brillen-Kette. Zum Vergleich: Konkurrent Fielmann zählt 2018 insgesamt 736 Niederlassungen. Das 1972 gegründete Unternehmen gehört seit 21 Jahren zur Optik-Gruppe Pearle, die 2011 in Grand-Vision aufging.

EssilorLuxottica bietet 28 Euro für jede GrandVision-Aktie. Am Dienstag hatten die Papiere in Amsterdam mit 25,36 Euro geschlossen. Schon seitdem Mitte Juli das erste Mal Gerüchte über einen möglichen Zusammenschluss aufkamen, erlebt die Aktie von GrandVision einen Höhenflug. HAL hält allein 76,7 Prozent der Aktien. Wenn die Übernahme nicht binnen eines Jahres über die Bühne ist, erhöht sich der Kaufpreis auf 28,42 Euro je Aktie.

EssilorLuxottica hatte erst vor einigen Tagen Zahlen vorgelegt. Der Brillenkonzern hat demnach mehr Brillen seiner Kernmarke Ray-Ban verkauft. Die Marke wachse weiter in allen Ländern, wie das Management mitteilte. Aber auch das Geschäft mit den beiden Töchtern Sunglass Hut in Europa und Óticas Carol in Brasilien habe sich positiv entwickelt.

Insgesamt erhöhte sich der Umsatz auf Pro-Forma-Basis in den ersten sechs Monaten um 7,3 Prozent auf 8,8 Milliarden Euro. Den stärksten Zuwachs konnte EssilorLuxottica in Nordamerika verbuchen, aber auch die anderen Märkte legen zu. Währungsbereinigt lag das Umsatzwachstum über alle Länder hinweg bei 3,9 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis des neuen Konzerns ging leicht um 0,4 Prozent zurück. Unterm Strich steht nach den ersten sechs Monaten allerdings ein um Sondereffekte wie die Fusionskosten bereinigtes Plus von 1,9 Prozent. Damit wuchs das Nettoergebnis auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Sonderkosten ausgeklammert belief sich der Gewinn auf 725 Millionen Euro.

An der Prognose für das laufende Geschäftsjahr hält der Konzern fest: Demnach soll der Umsatz währungsbereinigt um 3,5 bis 5 Prozent steigen. Durch die Fusion im vergangenen Jahr rechnet das Management mit erheblichen Einsparungen.

rtr/dpa/akn

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