Samstag, 18. Januar 2020

Umfrage zum Gerichtsurteil wegen Verbot von Sonntagsarbeit Würden Sie für Amazons Paketdienst mehr bezahlen?

Schnelle Lieferung auch am Wochenende - Amazon scheitert mit Sonntagsarbeit vor Gericht
Julian Stratenschulte / DPA
Schnelle Lieferung auch am Wochenende - Amazon scheitert mit Sonntagsarbeit vor Gericht

Das Oberverwaltungsgericht Münster hat entscheiden, dass es bei Amazon in der Adventszeit keine Sonntagsarbeit geben darf. Der Onlinehändler hatte mit dem zur Weihnachtszeit stark ansteigenden Geschäft argumentiert und bundesweit für seine elf Logistikzentren Ausnahmeregelungen für Sonntagsarbeit beantragt. Die Gewerkschaft Verdi hatte dagegen geklagt.

Amazon Börsen-Chart zeigen hatte bereits 2015 bei der Bezirksregierung Düsseldorf für zwei Adventssonntage den Einsatz von jeweils 800 Arbeitern im Logistikzentrum Rheinberg beantragt. Das Unternehmen hatte damals argumentiert, dass ihm ohne die Sonntagsschichten ein unverhältnismäßiger Schaden entstehe, weil die bestellten Waren durch Arbeit nur an den Werktagen nicht zu den versprochenen Lieferfristen ausgelieferten werden können. Der Richter des Oberverwaltungsgerichts warf Amazon indes vor, das Geschäft kurz vor Weihnachten im Jahr 2015 sogar noch befeuert zu haben. Neben dem Express-Versand sei noch eine Lieferung am gleichen Tag neu eingeführt und beworben worden. Das habe die Lieferengpässe noch verstärkt.

Wie könnte Amazon nun reagieren, um dennoch alle Lieferservices aufrecht zu erhalten? Möglich wäre eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl an Werktagen, womöglich wäre auch eine höhere Bezahlung der Mitarbeiter ein Weg oder der Abschluss eines Tarifs, wie die Gewerkschaft schon seit Jahren fordert. Letztendlich könnten höhere Kosten für Amazon entstehen. Unsere Frage deshalb an Sie: Würden Sie noch mehr Geld für extra schnelle Lieferungen von Amazon zahlen?

dpa/akn

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