Samstag, 24. August 2019

Trotz Verlust bei Waymo und Loon Google-Mutter Alphabet übertrifft Erwartungen

Alphabet mit einem Gewinn und Umsatz über Experten-Erwartungen

Alphabet hat mit einem Gewinn und Umsatz über Experten-Erwartungen die Sorgen der Anleger über die kurzfristigen Aussichten für die Google-Mutter hinweggefegt. Die Aktie von Alphabet Börsen-Chart zeigen stieg in der Nacht zum Freitag im nachbörslichen Handel um fast 8 Prozent.

Der um 19 Prozent höhere Umsatz wurde dabei getragen von dem Geschäft mit Werbung auf mobilen Geräten und bei der Video-Tochter Youtube sowie dem Cloud-Angebot. Auch ein Ausblick ohne größere Warnungen trotz des verstärkten Vorgehens der Regulierungsbehörden gegen die Tech-Branche trug zur Beruhigung bei.

Der Umsatz legte im zweiten Quartal auf 38,9 Milliarden Dollar zu und übertraf damit die Erwartungen der von dem Finanzdatenanbieter Refinitiv befragten Experten von fast 38,2 Milliarden Dollar. "Die Investoren haben eine Abbremsung beim Umsatz erwartet", erklärte der Analyst James Cordwell von Atlantic Equities in einem Schreiben an die Nachrichtenagentur Reuters. "Stattdessen sind sie beim Umsatz durchgestartet."

Der Nettogewinn stieg auf knapp zehn Milliarden Dollar von 3,2 Milliarden im Vorjahreszeitraum - damals schlug allerdings eine Strafe von fünf Milliarden Dollar durch. Auch hier übertraf Alphabet die Erwartungen der Analysten, die mit etwas mehr als acht Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Nach wie vor machen die Werbeerlöse von Google Börsen-Chart zeigen den Großteil des Geschäfts von Alphabet aus - sie stiegen im Jahresvergleich von 28 auf 32,6 Milliarden Dollar. Die Google-Umsätze aus anderen Geschäften - etwa mit Hardware wie den Pixel-Smartphones - wuchsen binnen eines Jahres von 4,4 auf 6,2 Milliarden Dollar.

Die anderen Alphabet-Bereiche wie selbstfahrende Autos der Firma Waymo oder Entwickler von Ballons zur Internet-Versorgung mit dem Namen Loon erzielten einen Umsatz von 162 Millionen Dollar. Zugleich verschlangen sie wieder mehr Geld: Ihr operativer Verlust stieg von 732 auf 989 Millionen Dollar.


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Alphabet hatte auch unter dem Druck von Investoren versucht, bei einigen der Firmen auf die Kostenbremse zu treten. Jetzt bereitete Finanzchefin Ruth Porat die Anleger auf steigende Ausgaben vor, unter anderem für zusätzliche Mitarbeiter im Cloud-Geschäft, bei YouTube sowie beim maschinellen Lernen.

Der US-Konzern sieht sich Experten zufolge mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. In einigen Ländern verlangsamt sich das Wachstum im Online-Werbemarkt schneller als es in anderen zulegt. Neue Datenschutz-Regeln machen das Geschäft schwieriger. Zudem ist Alphabet wie andere Online-Konzerne zunehmend kritischen Fragen von Regulierungsbehörden ausgesetzt.

Reuters hatte im vergangenen Monat gemeldet, die US-Aufsicht FTC bereite Ermittlungen gegen den Konzern wegen Kartellbeschwerden vor. Am Dienstag kündigte die US-Regierung dann eine großangelegte Untersuchung der Wettbewerbspraktiken von Online-Unternehmen an, ohne zunächst Namen zu nennen.

rtr/akn

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