Isolierkannen-Hersteller spart Traditionsunternehmen Alfi schließt Produktion

Alfis bekannte "Kanzlerkanne" steht auf dem Kabinettstisch im Bundeskanzleramt - nun wird die Produktion in Deutschland dicht gemacht

Alfis bekannte "Kanzlerkanne" steht auf dem Kabinettstisch im Bundeskanzleramt - nun wird die Produktion in Deutschland dicht gemacht

Foto: ddp images/Oliver Lang

Für die 108 Mitarbeiter in Wertheim dürfte die Nachricht ein Schlag ins Gesicht sein. Bis Mitte des Jahres will der Isolierkannen-Hersteller Alfi seine Produktion vor Ort schließen. Anhaltende wirtschaftliche Schwierigkeiten seien der Grund. Das berichtet der SWR  und die "Fränkischen Nachrichten".

Alfi ist für seine hochwertigen Isolierkannen bekannt. Künftig will das Unternehmen die Kannen von einem Dienstleister in Deutschland produzieren lassen, heißt es. Am Stammsitz in Wertheim soll den Berichten zufolge stattdessen nur noch der Vertrieb, das Marketing und der Personalbereich verbleiben. Damit dürften rund 50 Mitarbeiter in Wertheim ihren Arbeitsplatz verlieren.

2017 hatte Alfi bereits schon einmal auf die Sparbremse getreten und die Hälfte der Arbeitsplätze in Wertheim gestrichen. Teile der Metallbearbeitung waren laut SWR nach China verlagert worden, die Galvanik wurde geschlossen.

Laut Bundesanzeiger verzeichnete Alfi für 2017 einen Umsatzrückgang auf 23,8 Millionen Euro (2016: 25,1 Millionen Euro). Das Unternehmen begründete das Minus mit dem Entfall eines Sondergeschäfts sowie der schrittweisen Auslistung aus dem Sortiment der Filialen der ehemaligen Muttergesellschaft WMF. Der Besteck- und Küchenutensilien-Spezialist hatte sich unter der Ägide von Investor KKR im Jahr 2014 von Alfi getrennt und an den Isolierspezialisten Thermos verkauft.

In einer Pressemitteilung aus dem Jahr 2014 heißt es, Thermos wolle Alfi auf dem asiatischen Markt etablieren. geplant war auch, das die Produkte von Alfi in den Filialen von WMF erhältlich blieben. Doch nach dem Verkauf von WMF im Jahr 2016 an den französischen Haushaltsriesen SEB (Rowenta, Moulinex/Krups) dürfte sich das Verhältnis von Alfi/Thermos zu WMF verändert haben. Thermos selbst wurde 1904 in Deutschland gegründet, ist aber seit 1989 in japanischen Händen: Nippon Sanso, heute Taiyo Nippon Sanso Corporation.