700 Flugzeuge Airbus verfehlt sein Auslieferungsziel

Airbus wird sein Auslieferungsziel von rund 700 Flugzeugen nicht mehr erreichen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Der Flugzeugbauer hatte bereits im Juli das ursprüngliche Ziel kassieren müssen.
Foto: Marcus Brandt / dpa

Airbus wird in diesem Jahr weniger Flugzeuge als geplant ausliefern, die Schlagzahl bei der Produktion von Kurzstreckenmaschinen aber schon 2023 erhöhen. Die angepeilte Marke von 700 Verkehrsflugzeugen sei in diesem Jahr nun außer Reichweite, räumte der weltgrößte Flugzeugbauer am Dienstag ein. Man werde aber nicht weit von den 700 entfernt sein. Im November waren nur 68 Maschinen ausgeliefert worden, nach elf Monaten steht Airbus bei 565 Flugzeugen.

"Sie haben zu viele Probleme"

Bereits im Sommer hatte Airbus das Ziel angesichts der brüchigen Lieferketten um 20 auf rund 700 Flugzeuge zurückgeschraubt. Dass auch das nicht zu halten sei, hatte sich abgezeichnet. "Sie haben zu viele Probleme", sagte ein Insider damals.

An den finanziellen Zielen für das laufende Jahr ändere sich aber nichts, betonte das französisch-deutsche Unternehmen. Es bleibe bei dem Ziel eines bereinigten operativen Gewinns von 5,5 Milliarden Euro und einem Mittelzufluss (Free Cash-flow) vor Kundenfinanzierung von 4,5 Milliarden.

Die Nachfrage vor allem nach Kurzstreckenflugzeugen hat nach der Corona-Krise wieder deutlich angezogen. Airbus profitiert dabei auch von den massiven operativen Problemen beim US-Rivalen Boeing. In diesem Jahr kamen – abzüglich Stornierungen – 825 Neubestellungen herein, allein im November kamen 29 hinzu. Airbus-Chef Guillaume Faury (54) versucht deshalb, die Produktion trotz der anhaltenden Probleme mit Zulieferteilen schneller zu erhöhen.

In den nächsten beiden Jahren wolle Airbus 65 Maschinen aus der A320/321-Familie pro Monat bauen, erklärte der Konzern. Zurzeit schafft man rund 50. Bisher hatte sich Airbus die Marke von 65 erst für Anfang 2024 zugetraut. An dem Ziel, bis 2025 auf 75 Kurzstreckenmaschinen im Monat zu kommen, habe sich nichts geändert, hieß es in der Mitteilung.

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