Nachfrage wächst Steigende Kerosinpreise helfen Airbus

Steigende Kerosinpreise befeuern die Nachfrage nach effizienteren Flugzeugen. Europas größter Flugzeugbauer Airbus rechnet daher mit mehr Wachstum. Der Druck von der Inflation und den Energiekosten dürfte nachlassen, so das Unternehmen.
Kerosinpreise steigen: In Zukunft sollen deshalb sowohl neue Treibstoffe (im Vordergrund) als auch neue, treibstoffsparende Flugzeuge angeschafft werden

Kerosinpreise steigen: In Zukunft sollen deshalb sowohl neue Treibstoffe (im Vordergrund) als auch neue, treibstoffsparende Flugzeuge angeschafft werden

Foto: ERIC CABANIS/ AFP

Steigende Kerosinpreise werden nach den Erwartungen von Airbus die Nachfrage nach effizienteren neuen Flugzeugen ankurbeln. Europas größter Flugzeugbauer rechnet in seiner jüngsten, am Montag veröffentlichten Bedarfsstudie für die nächsten 20 Jahre nun branchenweit mit einer Produktion von 39.490 Maschinen, das sind 470 mehr als Airbus im vergangenen November vorausgesagt hatte. Der französisch-deutsche Konzern geht davon aus, dass Fluggesellschaften und Leasingfirmen wegen der höheren Kosten schneller neue, treibstoffsparende Flugzeuge anschaffen werden.

Airbus rechnet weiterhin damit, dass der Flugverkehr das Niveau vor der Corona-Pandemie irgendwann zwischen 2023 und 2025 wieder erreicht. Die Grafiken zu der Studie deuten aber darauf hin, dass der Flugzeugbauer erwartet, dass das rund ein halbes Jahr später passieren werde als gedacht.

Der 20-Jahres-Prognose liegt die Annahme zugrunde, dass die Weltwirtschaft in dieser Zeit im Schnitt um 2,6 Prozent wächst; zuletzt war Airbus von 2,5 Prozent ausgegangen. Der Passagier-Verkehr werde dabei aber nur um 3,6 Prozent pro Jahr zulegen – unter anderem wegen der steigenden Energie- und CO2-Preise, die die Ticketpreise nach oben treiben.

Im November hatte Airbus noch mit einem Plus von 3,9 Prozent gerechnet. Nun hat der Konzern zum ersten Mal die Kosten der Treibhausgas-Emissionen in seinen Szenarien berücksichtigt – je nachdem, von wo aus die Fluggesellschaften ihr Geschäft betreiben. Dabei gehen die Experten des Flugzeugbauers davon aus, dass der Druck von der Inflation und den Energiekosten Mitte des Jahrzehnts wieder etwas nachlassen wird.

Airbus rechnet für die nächsten 20 Jahre mit 38.600 (bisher 38.140) ausgelieferten Passagierflugzeugen und 890 (bisher 80) Frachtmaschinen. Der Großteil davon – 31.620 – entfällt auf Kurzstreckenmaschinen. 45 Prozent der Flugzeug-Nachfrage kämen aus Asien, China werde die USA in den nächsten Jahren als größten Flugzeugmarkt überholen. Das stärkste Wachstum erwartet Airbus aber für den indischen Binnenmarkt. Der zuletzt boomende Frachtverkehr in der Luft werde auch in den nächsten 20 Jahren weltweit im Schnitt um 3,2 Prozent pro Jahr wachsen.

sio/Reuters
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