Donnerstag, 5. Dezember 2019

United Airlines verschmäht Boeing Airbus ergattert erneut Milliardenauftrag aus den USA

Airbus A321 XLR: Die US-Fluggesellschaft bestellt lieber beim europäischen Konkurrenten als beim US-Hersteller Boeing - trotz höherer Zölle

Es ist ein weiterer Rückschlag für den US-Flugzeugbauer Boeing Börsen-Chart zeigen: Die Fluggesellschaft United Airlines hat 50 Flieger des europäischen Airbus-Konzerns bestellt. Es handle sich um Maschinen vom Typ A321 XLR, die die veraltete Boeing-757-200-Flotte ersetzen sollen, wie die US-Airline am Dienstag (Ortszeit) mitteilte. Das Geschäft hat einen Umfang von geschätzten 6,5 Milliarden Dollar (5,9 Milliarden Euro). Die Aktie von Airbus Börsen-Chart zeigen legte am Morgen 0,8 Prozent zu.

Die neuen Airbus-Maschinen sollen ab 2024 geliefert werden. Boeing habe derzeit keine neuen Maschinen, die denen der A321-XLR-Reihe Konkurrenz machen könnten, hieß es aus mit dem Geschäft vertrauten Kreisen. Mit den neuen Fliegern will United Airlines nach eigenen Angaben von den USA aus zusätzliche Ziele in Europa ansteuern.

Airbus hatte zuvor schon eine Bestellung über 50 Flugzeuge des Typs A321 XLR von American Airlines aus dem Heimatland des Erzrivalen Boeing erhalten. Die Langstreckenversion der A321neo von Airbus soll eine Reichweite von 8700 Kilometern haben, die Flüge von Europa nach Amerika oder Indien ermöglicht. Dabei soll der Jet 30 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen als die bislang noch oft auf solchen Strecken verwendete, aber nicht mehr produzierte Boeing 757. Auch die US-Fluggesellschaften JetBlue Airways und Spirit Airlines haben schon trotz höherer Zölle auf europäische Flugzeuge Bestellungen für A320neo-Jets platziert.

Der US-Konzern Boeing steckt in einer tiefen Krise. Seit März gilt ein weltweites Flugverbot für die 737 MAX, nachdem bei zwei Abstürzen von Maschinen dieses Typs in Indonesien und Äthiopien insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen waren. Ermittler vermuten, dass die Unglücke mit einem Stabilisierungssystem zusammenhängen, das bei einem drohenden Strömungsabriss die Flugzeugnase nach unten drückt. Auf die Bestellung durch United Airlines reagierte das Unternehmen zunächst nicht.

mg/AFP, dpa-afx, rtr

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