Dienstag, 12. November 2019

Börsengang verschoben Airbnb will nun erst 2020 an die Börse

Airbnb will 2020 an die Börse
Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa
Airbnb will 2020 an die Börse

Der Apartment-Vermittler Airbnb spielt bei seinem geplanten Börsengang weiter auf Zeit. Das Unternehmen teilte am Donnerstag mit, erst im Laufe des kommenden Jahres mit einer Aktien-Premiere zu rechnen. Das Mega-Projekt entwickelt sich zunehmend zur Hängepartie: Anfang 2017 hatte Airbnb-Chef Brian Chesky den Börsengang noch als "Zweijahresprojekt" bezeichnet. Im Februar des vergangenen Jahres hieß es dann, dass es 2018 nichts mehr werde.

Nun sollen die Pläne jedoch für 2020 konkret sein, schreibt Reuters. Die Wall Street fiebert schon lange auf die Börsenpremiere der in San Francisco ansässigen Firma hin, die sich seit Gründung 2008 von einer kleinen Online-Schlafplatzbörse zu einem Tourismus-Schwergewicht und großen Rivalen der Hotelbranche entwickelt hat. Laut einem Bericht des US-Magazins "Bloomberg Businessweek" hat Airbnb jedoch Druck, Probleme in New York zu lösen, bevor es an die Börse geht. Mit den Behörden der wichtigen US-Metropole liegt die Firma schon lange im Clinch.

Demnach ist es Airbnb in New York bislang nicht gelungen, sich mit den Aufsehern zu einigen. Investoren drängten aber darauf, dass die rechtliche Baustelle vor dem Börsengang geschlossen werde.

Den geplanten Börsenplatz nannte Airbnb nicht. Laut Reuters denkt das Unternehmen über einen Börsengang ohne Hilfe von Investmentbanken nach. Bei diesem "Direct Listing", wie es etwa der Musik-Streamingdienst Spotify unternommen hatte, können Altaktionäre ihre Papiere einfach über die Börse verkaufen, wo sich der Preis aus Angebot und Nachfrage bildet. Eine Platzierung von neuen Aktien findet nicht statt.

Im zweiten Quartal hat der Online-Marktplatz zur Vermittlung von privaten Unterkünften zum zweiten Mal in der elfjährigen Firmengeschichte die Umsatzschwelle von einer Milliarde Dollar (rund 900 Millionen Euro) geknackt. Das erste Mal hatte Airbnb das im dritten Quartal 2018 geschafft. Zum Gewinn äußerte sich das Unternehmen nicht. Zuletzt hatte Airbnb erklärt, sowohl 2018 als auch ein Jahr zuvor auf operativer Basis (Ebitda) schwarze Zahlen geschrieben zu haben.

Das Startup-Unternehmen kündigte in dieser Woche zudem eine millionenschwere Werbekampagne im Fernsehen und Digitalmedien an. Dabei will Airbnb vor allem um neue Gastgeber werben. Über Airbnb werden inzwischen mehr als sieben Millionen Wohnungen und Häuser in mehr als 100.000 Städten rund um den Globus zur Kurzzeitmiete angeboten.


Lesen Sie auch:
Airbnb drängt ins Luxussegment - eine Woche für 1 Million Dollar
Marriott will Airbnb in die Schranken weisen
Warum Uber sowohl über- als auch unterbewertet ist
WeWork verschiebt Börsengang
Pinterest stemmt einen der größten Börsengänge des Jahres



Börsengänge von jungen Firmen mit neuen Geschäftsmodellen waren zuletzt auf mäßige Begeisterung bei den Anlegern gestoßen. Die Aktienkurse der Fahrdienste Uber und Lyft entwickelten sich enttäuschend. The We Company, die hinter dem Bürovermieter WeWork steckt, sagte ihren geplanten Börsengang kürzlich ganz ab.

rtr/dpa-afx/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung