Streit um Markenrechte Adidas "owns" den Querstreifen

Adidas kann seine bekannten seitlichen Streifen am Schuh gegen Mitbewerber verteidigen. Das hat der Europäische Gerichtshof in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss entschieden.
Streitpunkt Streifen: Auch zwei Streifen sind nicht erlaubt

Streitpunkt Streifen: Auch zwei Streifen sind nicht erlaubt

Foto: Patrick, Adidas

Adidas = drei Streifen. Diese simple Formel gilt seit mehr als 60 Jahren. Schließlich verwendete Adidas-Gründer Adi Dassler dieses Design schon 1949 erstmals für Schuhe. Und seitdem haben immer wieder Sportschuhersteller versucht, die Marke zu kopieren, mal mit drei, mal mit zwei Streifen. Oder gleich das gesamte Design geklaut.

Doch selbst mit Zwei-Streifen-Kopien müssen sich die Herzogenauracher künftig nicht mehr abfinden. Der Querstreifen gehört ihnen - mit Brief und Siegel.

Und das kam so: 2008 beantragte das Unternehmen Shoe Branding Europe beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM) die Eintragung einer sogenannten Gemeinschaftsmarke: Nämlich eines Schuhes mit zwei Streifen. Dem Antrag wurde entsprochen - trotz Protestes von Adidas. Schließlich wies der Schuh zwei statt der von Adidas geschützten drei Streifen auf. Und sie befanden sich an einer anderen Stelle.

Doch das wollte Adidas nicht auf sich sitzen lassen. Das Unternehmen rief das Gericht der Europäischen Union an und bekam 2015 Recht. Nach Widerstand von Shoe Branding Europe nun sogar zum zweiten Mal - vor dem Europäischen Gerichtshof.

Nun sieht es schlecht für Shoe Branding Europe aus, die sich bei ihrem Zwei-Streifen-Modell auf eine noch ältere Tradition als Adidas berufen. Nämlich auf die der französischen Marke Patrice/Patrick. Einst ein renommierter Sportartikelhersteller aus der Vendee, dessen Zwei-Streifen-Schuhe vor einigen Jahrzehnten sogar Sportler wie Michel Platini oder Kevin Keegan bewarben.

Ältere Tradition zählt nicht

Bereits in den 30er Jahren, so Shoe Branding Europe, habe Patrick Zwei-Streifen-Modelle hergestellt. Seitdem hat der glücklose Schuhhersteller allerdings mehrfach den Besitzer gewechselt. Und befindet sich nun in den Händen der Cortina Gruppe, einem Lizenz-Schuhhersteller mit Niederlassungen in China und Belgien.

Ob die Gerichtsentscheidung bereits das Ende der Zwei-Streifen-Schuhe bedeutet, bleibt abzuwarten. Bislang sei noch nicht über das weitere Vorgehen entschieden, hieß es in Belgien. Und auch in Herzogenaurach ist offenbar noch nicht klar, ob man der chino-belgischen Zwei-Streifen-Konkurrenz über den juristischen Weg ein Ende bereiten wird.

Man freue sich, dass nun in aller Deutlichkeit der Schutz von Adidas Markenrechten gewährleistet werde, erklärte eine Adidas-Sprecherin. "Und wenn nötig, werden wir auch auf unser Recht pochen."

US-Richter verbietet Stan Smith-Kopie

Auch in den USA hatte Adidas kürzlich in einem Markenstreit Recht bekommen. Ein Richter aus Oregon untersagte dem US-Schuhersteller Sketchers per Einstweiliger Verfügung drei Schuhmodelle weiter zu verkaufen. Sie verletzten nach seiner Ansicht die Markenrechte von Adidas. Das Hauptsacheverfahren steht allerdings noch aus.