Sonntag, 25. August 2019

Amerikas Bierkrieg Wie AB InBev Tausende Craft-Brauer aus dem Markt spült

AB InBev schluckt SAB Miller: Zu diesen Konzernen gehören Deutschlands Biermarken
Bloomberg via Getty Images

Der Bier-Gigant AB Inbev darf den Wettbewerber SAB Miller übernehmen - Carlos Brito glaubt damit am Ziel zu sein: die Herrschaft über den weltweiten Biermarkt. Doch auf einmal bekommt der AB InBev-Chef Probleme - genauer gesagt 3500 davon.

Es soll so etwas wie die Krönung seines Lebenswerkes sein. Als AB InBev-Chef Carlos Brito im Herbst vergangenen Jahres den Zuschlag für die Nummer zwei auf dem Biermarkt, SAB Miller, bekam, glaubte er sich am Ziel seiner Träume: der Weltherrschaft über den Biermarkt mit mehr als 200 Marken und mit etwa dem Vierfachen des Gewinns der weltweiten Nummer drei, Heineken.

Am Dienstag gab die EU-Kommission wie erwartet unter Auflagen grünes Licht für das Zusammengehen der beiden Bier-Riesen. Eine Entscheidung, die Brito prompt begrüßte. Völlig ungetrübt dürfte seine Freude allerdings nicht ausgefallen sein.

Denn der Manager , vom brasilianischen Bierpaten Jorge Paulo Lemann zur Ausführung von dessen Welteroberungsplänen auserkoren, hat mit Problemen zu kämpfen. Problemen, von denen zu Beginn des Bier-Feldzuges noch niemand etwas ahnen konnte.

Megafusionen im Vier-Jahres-Takt

Dabei hätte es so schön sein können. Innerhalb von etwas mehr als 25 Jahren hatte der ehemalige Banker Lehman ein Bierimperium geschmiedet. Und es zusammen mit Brito und mit Hilfe cleverer milliardenschwerer Übernahmen zu weltweiten Nummer eins gebracht.

Der erste Coup 1999 war die Fusion der beiden brasilianischen Bierbrauer Brahma und Antarctica zu AmBev. Danach ging es Schlag auf Schlag: 2004 folgte die Fusion mit der belgischen Interbrew zu InBev.

2008 kam die Übernahme von Anheuser Busch zu Anheuser Busch Inbev hinzu. Wieder vier Jahre später die Übernahe der mexikanischen Grupo Modelo. Und für 2016 ist - sofern noch die US- und weitere Wettbewerbsbehörden zustimmen - die Übernahme der weltweiten Nummer zwei SAB Miller geplant.

Geschätzter kombinierter Umsatz des neuen Konzerns: Rund 65,7 Milliarden Dollar - Geschäftsteile, von denen sich AB InBev aus wettbewerbsrechtlichen Gründen trennen muss, nicht eingerechnet.

Doch nun gibt es Ärger, mit dem vor kurzem noch niemand gerechnet hätte.

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