Freitag, 24. Mai 2019

Gewinn verdreifacht Hoher Benzinpreis bringt BP Milliarden ein

BP-Tankstelle: Im Kraftstoffhandel verdiente der Konzern deutlich mehr

Der britische Ölkonzern BP hat im Auftaktquartal prächtig verdient. Vor allem an seinen Tankstellen. Hier konnte BP den Gewinn mehr als verdoppeln. Ein Anteilsverkauft in Russland half gar, den Nettogewinn zu verdreifachen.

London - Der bereinigte Gewinn zu Wiederbeschaffungskosten ging zwar wegen geringerer Ölpreise von 4,7 Milliarden auf 4,2 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) zurück, wie BP mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen aber trotzdem deutlich die Schätzungen der Analysten.

Der Nettogewinn verdreifachte sich dank eines Anteilsverkaufs in Russland auf 16,9 Milliarden Dollar. Seinen Aktionären will BP eine Quartalsdividende von 9 Cent je Aktie zahlen. Die Anteilsscheine verteuerten sich im Mittagshandel in London um 3,6 Prozent auf 473 britische Pence. BP weise höhere Gewinne aus dem Handel und Gasmarketing aus, sagte ein Analyst vom US-Investmenthaus Jefferies. Die Aktien profitierten von den "exzellenten Ergebnissen".

In den ersten drei Monaten förderte BP 2,33 Millionen Barrel (159 Liter) Öl am Tag. Dies waren 5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, aber 2 Prozent mehr als im Schlussquartal 2012. Allerdings erwartet der britische Ölkonzern eine geringere Förderung im laufenden Jahresviertel.

Auch andere Ölmultis wie Chevron Börsen-Chart zeigen und Total Börsen-Chart zeigen bekamen die geringeren Ölpreise zu spüren und verdienten im Quartal schlechter. Bei Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen hingegen blieb vor allem dank gut laufender Chemiegeschäfte ein höherer Gewinn übrig.

Raffineriegewinn mehr als verdoppelt

BP verdiente im Raffineriegeschäft mit 1,3 Milliarden Dollar deutlich mehr. Dazu trug vor allem der Handel mit Kraftstoffen bei. Im Auftaktquartal 2012 hatte das Unternehmen 490 Millionen Dollar ausgewiesen. Der ADAC hatte erst kürzlich kritisiert, die Mineralölkonzerne hätten den Rückgang der Rohölpreise nicht an die Kunden weitergegeben.

Die Ergebnisse zeigten einen starken Start ins Jahr 2013 quer durch alle Bereiche, sagte Konzernchef Bob Dudley. Das Geschäft mit der Umwandlung von Öl in Benzin und anderen Produkten verbessere sich. Die weltweiten Raffineriemargen legten im ersten Quartal auf 17,80 Dollar je Barrel zu, nach 14,75 Dollar je Barrel ein Jahr zuvor.

Dudley baute BP nach der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 um und trennte sich von Unternehmensteilen. Zuletzt hatte der Konzern die Hälfte seines Anteils am russischen Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP für eine Milliardensumme verkauft. Bislang summierten sich die Kosten für die Nachwirkungen der Explosion der Ölplattform "Deepwater Horizon" auf mehr als 42 Milliarden Dollar. Wie viel der Konzern endgültig für die Ölkatastrophe zahlen muss, ist weiter offen.

Zuletzt hatte BP mitgeteilt, sich von seinem Windgeschäft in den USA trennen zu wollen. Sein Engagement in den Erneuerbaren Energien würde der Konzern mit dem Verkauf deutlich zurückfahren. Aus dem Geschäft mit Solarstrom sowie der Karbon-Gewinnung hat sich BP bereits verabschiedet.

ts/dpa-afx

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