Windkraftflaute Repower streicht 750 Stellen

Der Windanlagenhersteller Repower will jeden sechsten Arbeitsplatz weltweit streichen. Die indische Konzernmutter Suzlon verweist auf den Niedergang des Markts. Dem sinkenden Umsatz müssten die Kosten folgen.
Flaute: Montage von Repower-Windrädern auf See

Flaute: Montage von Repower-Windrädern auf See

Foto: REpower Systems/OBS

Hamburg - Wegen der Verunsicherung in den Märkten müssten im laufenden Geschäftsjahr, das gerade am 1. April begonnen hat, rund 100 Millionen Euro an Kosten gespart werden, teilte die indische Repower-Muttergesellschaft Suzlon am Freitag mit. Der Umsatz werde im laufenden Jahr um rund 20 Prozent zurückgehen, ergänzte eine Unternehmenssprecherin in Hamburg. Dem müssten die Kosten folgen.

Nicht nur der schleppende Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland, sondern auch veränderte Marktbedingungen in anderen Weltregionen hätten zu dieser Einschätzung geführt. Repower erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro.

Zugleich konnte Repower einen technischen Erfolg verbuchen. Der erste deutsche Offshore-Windpark Alpha Ventus hat im vergangenen Jahr mehr Strom geliefert als erwartet. Mit fast 268 Gigawattstunden lag der Energieertrag um mehr als 15 Prozent über den Planungen, teilte der Oldenburger Energiekonzern EWE am Freitag mit. Das entspricht etwa dem Wert des Jahres 2011 und reicht rechnerisch, um 70.000 Haushalte zu versorgen.

Siemens steht laut Pressebericht vor Prognosesenkung

Der Hochseewindpark Alpha Ventus 45 Kilometer vor der Küste der ostfriesischen Insel Borkum besteht aus zwölf Anlagen mit je fünf Megawatt Leistung, sechs davon hat Repower geliefert. Der Windpark ging 2010 in Betrieb und soll wichtige Erkenntnisse für den Bau weiterer Offshore-Anlagen liefern. Betreiber sind neben EWE die Energieunternehmen Eon  und Vattenfall Europe .

Auch Siemens  leidet weiter unter finanziellen Schwierigkeiten im Bau der Offshore-Anlagen. Der Konzern hat laut einem Pressebericht ein schwaches Quartal erlebt und dürfte zur Zahlenvorlage am kommenden Donnerstag seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr kassieren. Statt der angepeilten 4,5 bis 5,0 Milliarden Euro Überschuss aus fortgeführtem Geschäft sei nun nur noch das untere Ende der Spanne realistisch, berichtet die "Börsen-Zeitung" am Freitag ohne konkrete Quellenangabe. Analysten rechnen laut der Zeitung bei den Windparks mit Sonderkosten in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionenbetrags für das Gesamtjahr.

ak/dpa-afx
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