Hohe Nachfrage Alcoa trotzt Alu-Preisschwund

Die Bilanzsaison in den USA beginnt mit einem Gewinnzuwachs: Trotz gesunkener Alupreise hat der vom deutschen Manager Klaus Kleinfeld geführte Hersteller Alcoa besser abgeschnitten. Dennoch sinkt der Aktienkurs, die Aussichten sind nicht rosig - nicht nur für Alcoa, fürchten Analysten.
Alcoa: Zuletzt höherer Gewinn

Alcoa: Zuletzt höherer Gewinn

Foto: REUTERS

New York - Der US-Aluminiumriese Alcoa hat im ersten Quartal mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Der Nettogewinn sei auf 149 Millionen Dollar oder 13 Cent je Aktie von 94 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag nach Börsenschluss in New York mit. Analysten hatten im Schnitt mit einem Gewinn von 8 Cent je Aktie gerechnet.

Ein niedriger als erwarteter Umsatz und ein ungewisser Ausblick ließen die Aktie im nachbörslichen Handel ein Prozent verlieren. Alcoa , das vielfach als Konjunkturbarometer betrachtet wird, eröffnet traditionell die Berichtssaison. Als erste Großbank legt JP Morgan Chase am Freitag Zahlen vor. Der von Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitete Konzern führte den Ergebnisanstieg auf eine Verbesserung bei Geschäften mit Aluminium und Primärmetallen zurück. Dies sei trotz schwieriger Märkte gelungen, erklärte Alcoa.

Kleinfeld wollte in einem Interview des Senders CNBC Gerüchte über Verkäufe im Rohmaterialbereich nicht kommentieren: "Jetzt ist nicht die Zeit für Spekulationen", sagte Kleinfeld. Vor allem die nachhaltig niedrigen Aluminiumpreise belasten die Profitabilität der Bauxitförderung und -Weiterverarbeitung zu Aluminium. Die Gewinne gingen vor allem auf das Konto der Produktsparte, die etwa Aluminiumräder und Ersatzteile für Flugzeuge herstellt. Alcoa bekräftigte seine Erwartung eines siebenprozentigen Wachstums der weltweiten Aluminiumnachfrage in diesem Jahr. Die Aktien des Unternehmens verloren im nachbörslichen Handel ein Prozent auf 8,30 Dollar.

Aluminiumpreise weiter niedrig

Für die kommenden Quartale gingen Analysten von schlechteren Gewinnentwicklungen amerikanischer Unternehmen aus. "Die Zahlen geben nichts her, dass einen zu begeistert werden lassen könnte", sagte Bridget Frears, Analystin von Morningstar aus Chicago. Die Aluminiumpreise seien mit 1900 Dollar je Tonne weiter niedrig. Angesichts dessen werde es für das Unternehmen sehr schwierig, spürbare Verbesserungen bei den Gewinnen zu erzielen.

Auch John Tumazos von Very Independent Research rechnet mit einem schwierigeren Umfeld in den kommenden Monaten. "13 Cent sind sehr schön, aber der Aluminium-Sparte stehen härtere Zeiten bevor." Der Umsatz sank im ersten Quartal um 3 Prozent auf 5,8 Milliarden Dollar. Ohne Sonderposten stieg der Gewinn auf 121 Millionen Dollar oder 11 Cent pro Aktie an. Das Unternehmen bedient hauptsächlich die Flugzeug-, Automobil-, Verpackungs- und Bauindustrie.

kst/rtr
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