Bilanz 2012 Metro brockt Haniel Milliardenverlust ein

Zum ersten Mal seit dem Zweiten Weltkrieg droht der Unternehmerfamilie Haniel ein Ausfall der Dividende. Wegen der hohen Abschreibungen auf die Metro-Anteile hat der gleichnamige Mischkonzern im vergangenen Jahr einen Milliardenverlust geschrieben.
Haniel-Zentrale in Duisburg: Der Anteilsausbau an Metro war ein Eigentor

Haniel-Zentrale in Duisburg: Der Anteilsausbau an Metro war ein Eigentor

Foto: Franz Haniel & Cie. GmbH

Duisburg - Das Unternehmen habe im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von 26,3 (Vorjahr: 26,47) Milliarden Euro einen Verlust nach Steuern von 1,9 Milliarden Euro hinnehmen müssen, räumte Haniel ein. Allein etwa 1,5 Milliarden Euro davon resultieren aus der Beteiligung an dem Düsseldorfer Handelsriesen, an dem Haniel noch knapp über 30 Prozent hält.

Damit droht der mehr als 600 Köpfe zählenden Unternehmerfamilie die komplette Streichung der Dividende. Das hatte der Chef des Familienclans, Franz Markus Haniel, bereits in einem Brief angekündigt, aus dem die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" im vergangenen Monat zitiert hatte. Damit müssten die Eigentümer des 1756 gegründeten Unternehmens zum ersten Mal in Friedenszeiten ohne Geld aus dem Unternehmen auskommen, so die Zeitung.

Belastet habe Haniel aber auch die Neuausrichtung des Pharmahändlers Celesio . "Beide Unternehmen sind nach wie vor Ankerinvestments in unserem Portfolio", unterstrich der neue Haniel-Chef Stephan Gemkow. Der ehemalige Lufthansa-Manager räumte mit den Abschreibungen in der Bilanz auch mit dem Erbe seiner Vorgänger auf.

Umsatz wird 2013 wohl sinken

Bei Metro  hatte Haniel zahlreiche Rückschläge verkraften müssen, seit der Konzern unter seinem damaligen Haniel-Chef Eckhard Cordes die Beteiligung an Metro deutlich ausgebaut hatte. Im vergangenen Jahr stieg der Handelskonzern aus dem Leitindex Dax  ab und verzeichnete einen historischen Gewinneinbruch. Haniel hatte unter Cordes im Jahr 2007 den Metro-Anteil aufgestockt und damals rund 60 Euro je Metro-Aktie hingeblättert - am Morgen notierten die Aktien bei 21,92 Euro.

Gemkow war im vergangenen August von der Lufthansa  in die Duisburger Haniel-Zentrale gewechselt. Er hat sich bei Haniel zunächst den Abbau von Schulden auf die Fahnen geschrieben. Unter anderem hat sich der Konzern bereits von Aktien an seinen Beteiligungen Celesio und Metro getrennt.

Mittelfristig solle die Verschuldung unter zwei Milliarden Euro gedrückt werden, hatte Gemkow angekündigt. 2013 erwartet Haniel laut Geschäftsbericht einen leicht rückläufigen Umsatz, das operative Ergebnis soll "moderat" steigen. Für 2014 rechnet Haniel dann mit einem Wachstum von Umsatz und Ergebnis - vorausgesetzt, die Konjunktur bricht nicht ein.

mg/rtr
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