Sonntag, 18. August 2019

Nach Millionenverlusten Nordex will Rendite verdoppeln

Nordex-Montagehalle in Rostock: Bestellungen auf Rekordniveau

Ambitionierte Pläne beim Windkraftanlagenbauer Nordex: Nach einem Millionenverlust will das Unternehmen mit einem Sparprogramm und neuen Produkten zurück in die Gewinnzone. Werke in den USA und China werden zurechtgestutzt, neue Aufträge kommen aus Europa und Südafrika. Die Aktie legt zu.

Hamburg - Der Windkraftanlagenbauer Nordex will in den kommenden Jahren deutlich profitabler werden und dabei seinen Umsatz weiter steigern. Dabei setzen die Hamburger auf sinkende Kosten und neue Produkte. Mittelfristig peile das Unternehmen eine Marge vor Zinsen und Steuern von mindestens 5 Prozent an, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Damit wäre die Rendite etwa doppelt so hoch wie Nordex sie für das laufende Jahr anstrebt. Die im TecDax Börsen-Chart zeigen notierte Aktie reagierte positiv auf den Ausblick. Nordex-Papiere Börsen-Chart zeigen legten zwischenzeitlich um gut 3,6 Prozent zu.

Nach roten Zahlen im vergangenen Jahr plant Nordex für 2013 wieder mit einem Gewinn und strebt eine EBIT-Marge in Höhe von 2 bis 3 Prozent an. Beim prognostizierten Umsatz von 1,2 bis 1,3 Milliarden Euro würde das ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 24 bis 39 Millionen Euro bedeuten. Unter dem Strich hatte der Konzern 2012 noch 94,4 Millionen Euro Verlust gemacht.

Hauptgrund waren Einschnitte in den Werken in China und den USA, wo die Geschäfte seit langem schlecht laufen. Und hier dürfte weiter gekürzt werden: Die Anpassung der Kostenstruktur der nicht ausgelasteten Gesellschaften in China und den USA sei "von besonderer Bedeutung", heißt es in dem Bericht. Ohne die dadurch entstandenen Kosten von 75 Millionen Euro hätte Nordex 2012 bereits einen operativen Gewinn von 14 Millionen Euro erzielt.

Prall gefülltes Auftragsbuch

Beim Auftragseingang setzte sich der Konzern dank neu entwickelter Anagen bereits vom Abwärtstrend der Branche ab. 2012 gingen Bestellungen im Rekordvolumen von 1,27 Milliarden Euro ein, 94 Prozent davon stammten aus Europa und dem neuen Wachstumsmarkt Südafrika. Auch in diesem Jahr rechnet Nordex wieder mit Neuaufträgen für rund 1,2 Milliarden Euro. Durch die gut gefüllten Bücher sind bereits rund 80 Prozent des für 2013 angepeilten Umsatzes gesichert. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um gut 17 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro gestiegen.

Nordex konzentriert sich unter Vorstandschef Jürgen Zeschky auf seine Kerngeschäfte. Er verschlankt das Unternehmen, spart kräftig und hat sich etwa von den teuren Offshore-Plänen verabschiedet. Nordex ächzt seit Jahren wie die Wettbewerber Repower Börsen-Chart zeigen mit der Konzernmutter Suzlon und Vestas Börsen-Chart zeigen unter Überkapazitäten und Preisverfall. Zum anderen haben einige Kunden Probleme, die Finanzierung für die kapitalintensiven Anlagen zu stemmen.

mahi/dpa-afx

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