Nach Eklat Neuer Verwaltungsratschef bei Leighton

Nach dem Eklat bei der Hochtief-Tochter Leighton wollen die Australier schnell die Wogen glätten. Robert Humphris übernimmt das Ruder im Verwaltungsrat. Erst am Freitag hatte sein Vorgänger überraschend gekündigt.
Leighton-Zentrale in Sydney: Die Aktie erholt sich

Leighton-Zentrale in Sydney: Die Aktie erholt sich

Foto: AFP

Sydney - Robert Humphris (72) rückt im Verwaltungsrat der australischen Hochtief-Tochter Leighton auf den Chefsessel. Das langjährige Board-Mitglied wurde als Nachfolger von Stephen Johns gewählt.

Am vergangenen Freitag kam es zu einem beispiellosen Eklat: Aus Ärger über den Essener Mehrheitseigner kündigte Stephen Johns ebenso wie zwei seiner Kollegen. Die Manager seien der Ansicht, dass Hochtief  entgegen früheren Vereinbarungen nicht mehr eine unabhängige Führung bei Leighton unterstütze.

Humphris bekräftigte Hochtiefs Zusagen am Montag. Die Leighton-Aktien legten nach Verlusten am Freitag von 7 Prozent am Montag im frühen Handel wieder auf 21,15 australische Dollar zu.

Hochtief ist mit rund 53 Prozent an Leighton beteiligt. Der Essener Konzern selbst gehört nach einer erbitterten Übernahmeschlacht seit 2011 zur Baugruppe ACS, die ihren ehemaligen Manager Marcelino Fernández Verdes an die Hochtief-Spitze entsandt hat. Verdes baut Hochtief derzeit um und will das Unternehmen auf Rendite trimmen. Der Spanier erwartet laut Hochtief-Geschäftsbericht, dass auch Leighton höhere Margen erarbeitet und sich auf das Kerngeschäft fokussiert.

Zahlreiche Vorstände und Manager hatten Hochtief im Zuge der Machtübernahme durch ACS  verlassen. In der Belegschaft hatte es immer wieder Befürchtungen gegeben, der unter Milliarden-Schulden ächzende ACS-Konzern könne Hochtief zerschlagen. Auch Gerüchte um einen Verkauf der Ertragsperle Leighton hatten immer wieder die Runde gemacht - bewahrheitet haben sie sich indes bislang nicht.

mahi/dpa-afx/rtr
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