3000 Jobs betroffen Bosch steigt aus Solargeschäft aus

Der Autozulieferer Bosch beendet seine verlustreiche Expansion ins Solartechnik-Geschäft. Die Fertigung von Solarzellen wird eingestellt, die Anteile an Aleo Solar werden verkauft. 3000 Mitarbeiter sind betroffen.
Panel von Bosch Solar Energy: Die Verluste der Sparte summierten sich 2012 auf rund eine Milliarde Euro

Panel von Bosch Solar Energy: Die Verluste der Sparte summierten sich 2012 auf rund eine Milliarde Euro

Foto: Martin Schutt/ dpa

Stuttgart - Die Fertigung von Solarzellen und -modulen sowie die Entwicklungsaktivitäten würden Anfang 2014 eingestellt, teilte Bosch am Freitag mit. Bei der Solartechnik sind derzeit rund 3000 Mitarbeiter beschäftigt, weltweit zählt der Bosch-Konzern mehr als 300.000 Arbeitnehmer.

Demnach sollen die Fertigung von kristallinen Solarzellen am Hauptsitz in thüringischen Arnstadt Anfang 2014 eingestellt und sämtliche Entwicklung- und Vertriebsaktivitäten beendet werden. Sein Werk in Frankreich will Bosch verkaufen, ebenso wie die Anteile an der Tochter Aleo Solar. Den Solar-Standort in Erfurt hatte Bosch bereits Ende 2012 geschlossen.

Nach vorläufigen Zahlen hatte die Sparte allein 2012 die Konzern-Bilanz um gut eine Milliarde gedrückt. Neben einem operativen Verlust von etwa 450 Millionen Euro brachte die Solartochter abermals ungeplante Sonderabschreibungen von rund 600 Millionen Euro. Bereits 2011 hatten die Schwaben darauf 560 Millionen abgeschrieben, 2009 waren es 425 Millionen Euro.

Ende Januar hatte Bosch berichtet, dass seine Solaraktivitäten keinen buchhalterischen Restwert mehr besäßen. In den Büchern stünden praktisch nur noch die Grundstückswerte - Chancen zum Geldverdienen sah man mit dem Geschäftsmodell absehbar keine.

Drastischer Preisverfall in der Branche

Fortführen will der Konzern zunächst die Dünnschichttechnologie mit rund 150 Beschäftigten. Es sei in den vergangenen Jahren nicht gelungen, die Wettbewerbsfähigkeit der Sparte herzustellen, räumte Bosch ein. Gegen den Preisverfall von bis zu 40 Prozent sei das Unternehmen nicht angekommen, Gespräche mit potenziellen Partnern seien nicht erfolgsversprechend verlaufen.

Bosch-Chef Volkmar Denner hatte die Mitarbeiter im Februar im Gespräch mit manager magazin auf einen drohenden Stellenabbau in Deutschland vorbereitet. Auch der Chef der Autosparte von Bosch, Bernd Bohr, hatte erst kürzlich im Interview mit manager magazin angedeutet, dass es ewige Quersubventionen bei Bosch nicht geben werde.

la/reuters/dpa-afx
Mehr lesen über Verwandte Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.