Temasek Singapur-Staatsfonds steigt bei Evonik ein

Evonik wird internationaler: Der Ruhrgebietskonzern hat ab sofort einen weiteren Großaktionär. Singapurs Staatsfonds Temasek ist mit einem Anteil von 4,6 Prozent bei Evonik eingestiegen. Die Altaktionäre halten damit aber immer noch die überwältigende Mehrheit an Evonik.
Evonik in Essen: Neue Anteilseigner aus Singapur

Evonik in Essen: Neue Anteilseigner aus Singapur

Foto: dapd

Düsseldorf - Singapurs Staatsfonds Temasek ist beim Spezialchemiekonzern Evonik eingestiegen. Wie Temasek der dpa bestätigte, hat der Staatsfonds einen Anteil von 4,6 Prozent an Evonik erworben. Weitere Einzelheiten wurden nicht genannt. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" berichtet, der Fonds wolle sich mit 600 Millionen Euro an dem Essenern Konzern beteiligen.

Von der Stiftung und Evonik gab es zu den Berichten zunächst keine Stellungnahme. Ein Kaufpreis von 600 Millionen Euro für 4,6 Prozent entspräche einer Gesamtbewertung von gut 13 Milliarden Euro für den Konzern und läge damit in der Nähe der Größenordnung von 15 Milliarden Euro, die die Stiftung bei früheren Börsengang-Anläufen zugrunde gelegt hatte.

Evonik legt an morgigen Dienstag (12.3.) Rechenschaft über das abgelaufene Geschäftsjahr ab. Experten erwarten ein solides Ergebnis in etwa auf Vorjahresniveau. Im Jahr 2011 hatte der Konzern erstmals einen Überschuss von knapp über einer Milliarde Euro erreicht.

Mit einem Anteil von knapp fünf Prozent wäre Temasek der dritte Großaktionär nach der RAG-Stiftung und dem britischen Finanzinvestor CVC. Die RAG-Stifung und CVC verringerten ihren Anteile um jeweils knapp 2,5 Prozentpunkte, schreibt das Blatt. Bisher hielt CVC 25 Prozent und die RAG-Stiftung 75 Prozent an Evonik. Temasek gilt dem Magazin zufolge mit einem Vermögen von knapp 200 Milliarden US-Dollar als einer der zehn weltgrößten Staatsfonds.

Die RAG Stiftung und CVC Capital Partners hatten vor kurzem angekündigt, einen Anteil von bis zu zehn Prozent an der Börse zu platzieren. Als ersten Schritt hätten sie bereits einen gleichgroßen Teil ihrer Aktien an ausgewählte institutionelle Investoren abgegeben.

In den ersten drei Quartalen 2012 hatte das Unternehmen trotz abgeschwächter Nachfrage in Europa unter dem Strich 888 Millionen Euro erwirtschaftet, ein leichtes Plus von 3 Prozent. Evonik habe sich in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet, sagte Vorstandschef Klaus Engel im November .

dpa-afxp