ThyssenKrupp-Aufsichtsrat Cromme-Abgang endet in Nachfolger-Raten

Der Rücktritt von Gerhard Cromme als ThyssenKrupp-Aufsichtsratschef kam plötzlich - nun wird heftig über seinen Nachfolger spekuliert. Als aussichtsreichste Kandidaten gelten Berichten zufolge der frühere BDI-Chef - und der ehemalige Henkel-Boss.
Logo von ThyssenKrupp: Der Abgang von AR-Chef Gerhard Cromme sorgt für wilde Nachfolge-Spekulationen

Logo von ThyssenKrupp: Der Abgang von AR-Chef Gerhard Cromme sorgt für wilde Nachfolge-Spekulationen

Foto: DPA

Frankfurt - Nach dem Rücktritt von Gerhard Cromme als Aufsichtsratschef von ThyssenKrupp schießen die Spekulationen über einen Nachfolger ins Kraut. Als aussichtsreichste Kandidaten wurden in Medienberichten am Wochenende der ehemalige Henkel -Chef Ulrich Lehner und der frühere BDI-Chef Hans-Peter Keitel genannt, die beide dem Kontrollgremium bereits seit Jahren angehören.

Derzeitiger Favorit sei Keitel, aber auch Lehner könne sich gute Chancen ausrechnen, berichtete "Der Spiegel" ohne Quellenangabe. Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zufolge soll hingegen Lehner die Nachfolge von Cromme antreten. Dies sei der Wunsch des mächtigen Chefs der Krupp-Stiftung, Berthold Beitz, berichtete die Zeitung ohne Quellenangabe. Auch die Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" berichtete, Lehner werde als wahrscheinlicher Nachfolger von Cromme gehandelt.

"Spekulationen kommentieren wir nicht", sagte ein Sprecher von ThyssenKrupp. Der 66-jährige Lehner gehört dem ThyssenKrupp-Aufsichtsrat seit 2008 an. Zudem ist er Aufsichtsratschef der Deutschen Telekom und Interimspräsident des Schweizer Pharmakonzerns Novartis. Der 65-jährige Keitel sitzt seit 2010 im Kontrollgremium. Der ehemalige BDI- und Hochtief -Chef ist daneben unter anderem Mitglied im Commerzbank -Aufsichtsrat und soll demnächst in den RWE -Aufsichtsrat sowie den EADS -Verwaltungsrat einziehen.

Nach Milliardenverlusten, Kartellverfahren und Personalquerelen hatte der langjährige ThyssenKrupp-Aufsichtratschef Cromme am Freitag überraschend seinen vollständigen Rückzug aus dem Gremium zum Monatsende angekündigt. Damit wird ein Sitz im Aufsichtsrat frei. "Euro am Sonntag" zufolge müssen auch die Aufsichtsräte Kersten von Schenck und Jürgen Thumann ihre Posten räumen. "Der Aufsichtsrat soll eine neue Qualität erhalten. Crommes Favoriten müssen ebenfalls gehen", zitierte das Blatt unternehmensnahe Kreise.

Die nächste reguläre Sitzung des ThyssenKrupp-Aufsichtsrats ist für den 15. Mai anberaumt. So lange werde das Kontrollgremium aber wohl kaum bis zur nächsten Zusammenkunft warten, hieß es im Umfeld des Stahlkonzerns. Wahrscheinlich sei eine außerordentliche Sitzung.

wed/rtr/dpa
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.