Vereinbarung aufgelöst BASF hält Kooperation mit Petronas klein

Über die Bedingungen für die Umsetzung wurden sie nicht einig: Der Chemiekonzern BASF und der Ölkonzern Petronas haben ihre Vereinbarung über ein weiteres Jointventure für Spezialchemikalien aufgelöst. Dafür gelang BASF die Übernahme des Fischöl-Produzenten Pronova.
BASF-Werk in Ludwigshafen: Nun steckt BASF doch kein Geld in malayische Spezialchemie-Werke.

BASF-Werk in Ludwigshafen: Nun steckt BASF doch kein Geld in malayische Spezialchemie-Werke.

Foto: DDP

Ludwigshafen/Frankfurt - BASF und der malayische Ölkonzern Petronas hätten in gegenseitigem Einvernehmen ihre am 5. März 2012 unterschriebene Vereinbarung für ein Joint Ventures aufgelöst, teilte BASF heute mit. BASF  und Petronas konnten sich den Angaben zufolge nicht auf die Bedingungen für die Umsetzung des Gemeinschaftsunternehmens einigen.

Geplant war unter anderem der Bau mehrere Produktionsanlagen für verschiedene Spezialchemikalien in Malaysia. Insgesamt wollten beide Unternehmen rund eine Milliarde Euro in den Ausbau ihres Geschäfts stecken. Nun fiele ein Teil dieser Investitionen weg, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Sie konnte aber keinen konkreten Betrag nennen.

Das bestehende Joint Venture werde weitergeführt, hieß es weiter. Beide Unternehmen arbeiten schon seit 1997 zusammen und betreiben über das Gemeinschaftsunternehmen Petronas Chemicals einen größeren Chemiestandort in Kuantan im malaysischen Bundesstaat Pahang.

Übernahme von Pronova perfekt

Dafür kann BASF die mehrere hundert Millionen Euro teure Übernahme des norwegischen Fischölproduzenten Pronova perfekt machen. Die Ludwigshafener sammelten mit ihrem aufgestockten Angebot von 13,50 Kronen bis zum Ende der verlängerten Andienungsfrist 97,7 Prozent des Pronova-Aktienkapitals ein und schafften so die selbst gesetzte Hürde von mindestens 90 Prozent, wie BASF mitteilte.

Das Kartellamt hatte schon grünes Licht für den Zukauf gegeben, der BASF - die Schulden der Norweger eingeschlossen - insgesamt 684 Millionen Euro wert ist. BASF kann nun wie geplant den Hersteller von Omega-3-Fettsäuren aus Lysaker bei Oslo von der Börse nehmen. Das Squeeze-Out-Verfahren werde nun vorbereitet, kündigte BASF an. In Norwegen ist 90 Prozent die Schwelle, ab der Kleinaktionäre aus einem Konzern herausgedrängt (Squeeze-Out) werden können.

wed/dpa-afx/rtr