Sonntag, 26. Januar 2020

Bosch-Chef Bernd Bohr "Elektromobilität wird kommen"

Bernd Bohr: "Ewige Quersubventionen wird es nicht geben"

5. Teil: "Bosch hat einen langen Atem - doch ewige Quersubventionen wird es nicht geben"

mm: 2012 hat sich Ihr Autogeschäft jedoch nicht allzu erfreulich entwickelt. Das belastet auch den Bosch-Konzern insgesamt. Schon für das Hochkonjunkturjahr 2011 hat Bosch nur magere 5 Prozent Gewinn vor Zinsen und Steuern ausgewiesen. In diesem Jahr läuft das Industriegeschäft nicht besonders gut, und die Solarverluste steigen weiter. Droht für 2012 sogar konzernweit ein Verlust?

Bohr: Eindeutig nein. Und Umsatz und Ergebnis werden auch von einigen Zu- und Verkäufen beeinflusst. Dass wir unsere Zielrendite von 7 bis 8 Prozent des Umsatzes nicht erreichen werden, haben wir bereits angekündigt.

mm: Ihr erst 2008 gestartetes Solarengagement schlägt seitdem allein mit mehr als einer Milliarde Euro Minus zu Buche. Wie lange werden Sie solche Verluste noch tragen? Es heißt, Sie erwägen einen Verkauf Ihrer Solarfirmen.

Bohr: Dazu haben wir noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Wir arbeiten intensiv an einer Bewertung der sich bietenden Optionen. Die Solartechnik strahlt immerhin auch auf andere Bosch-Bereiche ab. Den geplanten Bau einer Solarzellenfabrik in Malaysia für gut 500 Millionen Euro haben wir zunächst gestoppt. Das war eine kluge Entscheidung.

mm: Ein Fingerzeig auf die Gesamtrichtung?

Bohr: Vorsicht, Bosch hat einen langen Atem und muss sich nicht an den Aktienmärkten orientieren. Unser Ziel ist immer eine langfristig tragfähige Lösung - auch im Geschäftsbereich Solar Energy. Damit ist auch klar: Ewige Quersubventionen wird es nicht geben.

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