Zusammenschlus gescheitert EADS und BAE Systems blasen Fusion ab

Es hat nicht geklappt: Die beiden Rüstungsriesen EADS und BAE Systems werden sich nicht zusammenschließen. Die angestrebte Fusion sei am Widerstand der deutschen Regierung gescheitert. Die Aktienkurse der beiden Unternehmen reagieren prompt.
EADS-Chef: "Schade, dass wir keinen Erfolg hatten"

EADS-Chef: "Schade, dass wir keinen Erfolg hatten"

Foto: UNITED PHOTOS/ Reuters

Hamburg - Die geplante Fusion von EADS und BAE Systems ist endgültig gescheitert. Die Pläne würden nicht weiterverfolgt, teilten EADS und BAE am Mittwoch mit. Beide Unternehmen hätten an die industrielle Logik der Verbindung geglaubt, heißt es in der Pflichtmitteilung. Es sei aber deutlich geworden, dass die Interessen der beteiligten Parteien nicht in Einklang gebracht werden konnten.

"Es ist natürlich schade, dass wir keinen Erfolg hatten, aber ich bin froh, dass wir es versucht haben", schrieb EADS-Chef Tom Enders in der Mitteilung. Er sei zuversichtlich, dass EADS seinen internationalen Wachstumskurs weiter fortsetzen werde. BAE-Chef Ian King schrieb, er sei enttäuscht, dass die Fusion nicht komme.

Nach der Meldung über das Aus für eine große Rüstungsfusion haben die EADS-Aktien am Mittwochnachmittag in Paris ihre Gewinne auf plus 3,10 Prozent ausgebaut. Zeitweise ging es gar um 4,58 Prozent nach oben. Andersherum ging es für die Papiere von BAE Systems: Ihr Wert sank in London um 0,28 Prozent. Aktienhändler hatten bereits am Vortag darauf hingewiesen, dass im Fall des Scheiterns der angestrebten Fusion viele Anleger spekulative Positionen auflösen würden - zu Gunsten von EADS und zu Lasten von BAE. So, wie es jetzt auch die Aktienkurse beider Unternehmen widerspiegeln.

Bereits am Dienstag war aus informierten Kreisen verlautet, dass der Milliarden-Deal nicht über die Bühne gehen werde. Schon zuvor hatte es erhebliche Bedenken in der Politik gegen eine Fusion der beiden Konzerne zum weltgrößten Branchenunternehmen gegeben. Größter Streitpunkt war der staatliche Einfluss, den sich Deutschland und Frankreich sichern wollten.

Deutschland und Frankreich verfügen direkt und indirekt über jeweils gut 22 Prozent der EADS-Anteile, die deutschen Interessen nimmt dabei der Autokonzern Daimler wahr. Bei BAE Systems sind keine Staaten direkt oder indirekt Großaktionäre. Kritik an der geplanten Rüstungsehe war zuletzt aber auch vom BAE-Großaktionär Invesco gekommen.

kst/dpa
Mehr lesen über