Sonntag, 22. September 2019

Streit um Inseln Japanische Konzerne schließen Fabriken in China

Anti-japanische Proteste in China: Japans Kauf einer Inselgruppe im Ostchinesischen Meer führt zu schweren Spannungen

Der Streit zwischen den größten Volkswirtschaften Asiens eskaliert: Angesichts schwerer antijapanischer Proteste haben japanische Großkonzerne einige Fabriken in China vorübergehend stillgelegt. Canon, Panasonic und der Einzelhändler Seven I schickten ihre Mitarbeiter zunächst nach Hause.

Peking - Japanische Konzerne wie Canon Börsen-Chart zeigen und Panasonic Börsen-Chart zeigen haben wegen der Japan-feindlichen Proteste in China mehrere Werke in der Volksrepublik vorsorglich geschlossen. Viele Unternehmen aus Japan rieten ihren Mitarbeitern in China am Montag zudem, aus Sicherheitsgründen nicht aus dem Haus zu gehen.

Auch die Autohersteller Honda Börsen-Chart zeigen und Nissan Börsen-Chart zeigen werden die Produktion in China für zunächst zwei Tage ruhen lassen, wie Konzernsprecher der beiden Autobauer bestätigten. Während Nissan bereits am Montag die Tore schloss, wird Honda die Fabriken am Dienstag und Mittwoch schließen. Beim Autobauer Toyota Börsen-Chart zeigen dagegen lief nach Firmenangaben bislang noch alles nach Plan.

Japans größter Einzelhändler, die Handelsgruppe Seven I, zog ebenfalls Konsequenzen: Der Konzern werde 198 seiner "7-11" Stores sowie 13 "Yokado" Supermärkte in der Volksrepublik vorübergehend schließen, bestätigte eine Konzernsprecherin am Montag.

Der Kamehahersteller Canon Börsen-Chart zeigen setzte die Fertigung in drei von vier chinesischen Werken aus. Die Schließung soll bis Dienstag andauern. Panasonic hielt seine Produktion wegen Sabotage durch chinesische Mitarbeiter ebenfalls bis voraussichtlich Dienstag an.

Viele japanische Schulen im ganzen Land, darunter in den Großstädten Peking und Shanghai, sollten die ganze Woche geschlossen bleiben. Der Unterhaltungsriese Sony Börsen-Chart zeigen teilte mit, man habe seinen Mitarbeitern geraten, nicht unbedingt notwendige Reisen nach China vorerst zu unterlassen. Ein Sony-Sprecher in Shanghai sagte, bislang verliefen die Geschäft in China normal. Das Unternehmen hielt es sich aber offen, gegebenenfalls zu reagieren.

Japanische Supermärkte geplündert

Die Proteste waren am Sonntag eskaliert. Sie richteten sich vor allem gegen diplomatische Einrichtungen Japans. Es wurden aber auch japanische Supermärkte geplündert und Firmengebäude- oder Werke beschädigt oder angezündet. Toyota und Honda Börsen-Chart zeigen hatten von heftigen Schäden in der ostchinesischen Stadt Qingdao berichtet.

Einige japanische Einzelhändler schlossen Filialen oder verkürzten die Öffnungszeiten, darunter Fast Retailing, Seven & I Holdings und Aeon. Auch am Montag blieben noch einige japanische Supermärkte geschlossen.

Die Proteste hatten sich entzündet, nachdem die japanische Regierung vergangene Woche trotz eindringlicher Warnungen Chinas einen Teil einer unbewohnten Inselgruppe im Ostchinesischen Meer von einem privaten, japanischen Besitzer abgekauft hatte. Die japanische Regierung wollte dadurch nach eigenen Angaben verhindern, dass die Inselgruppe bebaut wird.

Japan kauft Inselgruppe - Peking schickt Überwachungsschiffe

In China kam das Vorgehen schlecht an. Die Regierung in Peking entsandte am Freitag sechs Überwachungsschiffe. Das chinesische Außenministerium teilte am Montag mit, die Regierung schütze japanische Firmen und Bürger. Sie appellierte an die Demonstranten, das Gesetz zu beachten.

Den Kauf der Insel durch die Regierung in Tokio bezeichnete das Ministerium als illegal. Die Inselgruppe birgt seit längerem politischen Zündstoff. Die Inseln werden in China Diaoyu und in Japan Senkaku genannt. Sie liegen in fischreichen Gewässern, zudem werden umfangreiche Gas-Vorkommen unter dem Ozean vermutet.

Noch im Laufe des Montags sollte eine Flotte aus rund 1000 Fischerbooten aus China an der Inselgruppe ankommen, wie in einem staatlichen chinesischen Blog zu lesen war. Der Streit droht auch den Handel zwischen den beiden wichtigen asiatischen Volkswirtschaften zu beeinträchtigen. Das Volumen der Handelsaktivitäten zwischen den beiden Ländern belief sich vergangenes Jahr auf 345 Milliarden Dollar.

la/dpa/reuters

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