Brisanter Wechsel Asklepios-Manager wechselt zu Rhön-Klinikum

Geht das Geschacher um Rhön-Klinikum in eine neue Runde? Der Wechsel des langjährigen Asklepios-Managers Martin Siebert gibt Spekulationen neue Nahrung, wonach Asklepios doch noch ein Übernahmeangebot abgeben könnte.
Zentrale der Rhön-Klinikum AG: Kommt noch einmal Bewegung in die Übernahmeschlacht?

Zentrale der Rhön-Klinikum AG: Kommt noch einmal Bewegung in die Übernahmeschlacht?

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/ picture alliance / dpa

Frankfurt - Brisanter Wechsel am Krankenhausmarkt: Der langjährige Asklepios -Manager Martin Siebert wechselt zum 1. Oktober in den Vorstand des Rivalen Rhön-Klinikum. Damit bekommen nach Einschätzung von Branchenexperten Gerüchte Nahrung, dass Asklepios doch noch ein Übernahmeangebot für Rhön abgeben könnte.

Asklepios war im Juni bei Rhön  eingestiegen und hatte damit die Pläne von Fresenius  torpediert, Rhön für 3,1 Milliarden Euro zu schlucken. Anfang der Woche hatte Fresenius dann nach einem monatelangen Übernahmepoker bis auf Weiteres auf eine zweite Offerte verzichtet. Auch beim Bundeskartellamt hat der MDax-Konzern den Antrag auf die Genehmigung des Deals zurückgezogen, wie die Behörde auf ihrer Internetseite mitteilte. Die Aktie von Rhön-Klinikum stürzte daraufhin ab, dem Unternehmen droht eine Blockade durch den Streit der Großaktionäre.

Siebert sei ein erfahrener Branchenexperte und solle dazu beitragen, "auf der Grundlage unserer unverändert vorhandenen Stärken die Wachstumsziele unseres Klinikunternehmens zu realisieren", sagte Rhön-Gründer und Aufsichtsratschef Eugen Münch.

Rhön-Vorstand wird aufgestockt

Siebert war seit Anfang 2010 Chef der Median-Kliniken, zuvor hatte er 16 Jahre für den Konkurrenten Asklepios gearbeitet. Asklepios-Eigner Bernard Broermann war Ende Juni mit gut fünf Prozent bei Rhön eingestiegen und hatte damit die von Münch eingefädelte Übernahme der fränkischen Klinikkette durch den Gesundheitskonzern Fresenius torpediert.

Der Rhön-Vorstand wird mit der Berufung von Siebert wieder auf fünf Mitglieder aufgestockt. Der 51-Jährige wird sich dort vermutlich für Medizinische Versorgungszentren und eine bestimmte Region kümmern.

Im Mai war Irmgard Stippler aus dem Rhön-Vorstand ausgeschieden. Sie war unter anderem für das Uniklinikum in Gießen und Marburg (UKGM) zuständig, in dem es Streit über Kostensenkungen und Stellenstreichungen gab. Für das UKGM ist im Vorstand seitdem Martin Menger verantwortlich.

mahi/dpa-afx/rtr
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