Gesunkene Rohstoffpreise Gewinneinbruch bei Glencore

Glencore hat vor der geplanten Übernahme des Bergbauriesen Xstrata einen heftigen Gewinnrückgang erlitten. Dem größten Rohstoffhändler der Welt machen die gesunkenen Rohstoffpreise zu schaffen. Eine Aufstockung des Xsatra-Gebots scheint zunehmend unwahrscheinlich.
Glencore-Zentrale in der Nähe von Zürich: Der Überschuss ging im ersten Halbjahr um rund 25 Prozent zurück

Glencore-Zentrale in der Nähe von Zürich: Der Überschuss ging im ersten Halbjahr um rund 25 Prozent zurück

Foto: ROMINA AMATO/ REUTERS

Baar - Der um Sondereffekte bereinigte Überschuss brach im ersten Halbjahr um ein Viertel auf 1,8 Milliarden Dollar ein, teilte Glencore mit. Damit hielt sich das Unternehmen aber noch besser als von Analysten erwartet. Eine Trendwende hält Glencore, das den Bergbaukonzern Xstrata für mehrere Milliarden Dollar übernehmen möchte, in nächster Zeit für unwahrscheinlich.

Die Preise an den Rohstoffmärkten sind derzeit angesichts der zunehmenden Konjunktursorgen unter Druck. Viele Beobachter gehen schon davon aus, dass die Branche nach Jahren des Booms vor einem Abschwung steht. Dies liegt vor allem an schwächeren Wachstumserwartungen in China. In den vergangenen Wochen meldete bereits der Bergbaukonzern Rio Tinto  einen um mehr als ein Fünftel gesunkenen Gewinn im ersten Halbjahr, Xstrata  verdiente sogar ein Drittel weniger.

Angesichts der trüben Aussichten beurteilten viele Anleger zuletzt die Erfolgsaussichten für den Glencore-Versuch, Xstrata zu übernehmen, skeptisch. Vor allem ist die Hoffnung gesunken, dass Glencore sein Angebot noch einmal aufbessern könnte. Dazu machte das Unternehmen weiter keine Anstalten.

Mehrere Xstrata-Großaktionäre fordern mehr Geld

Der Staatsfonds von Katar fordert als Xstrata-Großaktionär ebenso wie die Vermögensverwalter Standard Life, Schroders und Knight Vinke mehr Geld. Ihnen ist der im Februar von Glencore gebotene Aufschlag von 15 Prozent auf den damaligen Aktienkurs zu wenig. Damit ist der Anteil der skeptischen Aktionäre bereits nahe an der Schwelle von 16,48 Prozent, ab der die Übernahme blockiert werden könnte. Glencore selbst hält bereits 34 Prozent der Xstrata-Aktien, darf aber nach britischem Recht bei der Übernahme nicht mitstimmen, wenn die Anteilseigner am 7. September über den Zusammenschluss entscheiden.

Bislang bietet Glencore 2,8 eigene Aktien für jeden Xstrata-Anteilsschein. Katar forderte zuletzt 3,25 Glencore-Aktien. Am Montag verlor die Xstrata-Aktie 3,4 Prozent und war damit nur noch 2,57-mal so viel wert wie eine Glencore-Aktie. Sie notierte damit 8,4 Prozent unter dem Angebot - der niedrigste Stand seit Bekanntwerden der Offerte im Februar. Der Xstrata-Vorstand hatte seinen Anteilseignern die Annahme des Glencore-Angebots empfohlen, zuletzt aber auch betont, auch allein ein starkes Unternehmen zu sein.

Durch den "Zusammenschluss unter Gleichen" soll eine Gesellschaft mit einem Jahresumsatz von fast 210 Milliarden Dollar entstehen. Gemeinsam würden Glencore und Xstrata die gesamte Kette der Wertschöpfung von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Bodenschätzen unter einem Dach vereinen und damit über eine entsprechende Marktmacht verfügen.

mg/dpa-afx
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