Freitag, 23. August 2019

Paketdienste Wettlauf um die Zukunftsmärkte

Paketdienste: Wer in Deutschland was bewegt
DPA

3. Teil: Bündnis von UPS und TNT bedroht DHL

Denn sollte die Milliardenübernahme von TNT-Express durch UPS wie erwartet noch in diesem Jahr über die Bühne gehen, könnte es für die Deutschen deutlich ungemütlicher werden.

Nicht nur in Europa, wo TNT im Vergleich zu UPS über ein ausgedehntes Netzwerk verfügt. Auch in Asien, einem der Wachstumsmärkte von DHL, könnte sich der Wettbewerb verstärken. Zusammen mit den Niederländern würden die Amerikaner die Post-Tochter bei den grenzüberschreitenden Sendungen nach Branchenschätzungen mit 39 Prozent knapp überrunden.

Und auch FedEx, die beim TNT-Deal das Nachsehen hatte, steht unter Druck, ihr Netzwerk in Europa zu erweitern, sagt Steffen Wagner, der bei KMPG in Frankfurt den Bereich Transport und Tourismus leitet. Investitionen in Logistik-Unternehmen sind angesichts attraktiver Wachstumsperpektiven derzeit beliebt. Und das Geld dafür ist bei vielen Unternehmen der Branche auch vorhanden.

Potenzielle Übernahmeobjekte GLS und DPD

Als potenzieller Übernahmekandidat wird immer wieder GLS gehandelt - eine Tochter der Royal Mail. Die könnte im Zuge der geplanten Privatisierung der Post möglicherweise zum Verkauf gestellt werden. Und auch der zur französischen Post gehörige DPD, der vor allem im B2B-Bereich führend ist, wird von einigen als potenzielles Übernahmeobjekt gehandelt.

Bis der TNT-Deal vollzogen und die Integration abgeschlossen, dürfte jedoch noch einige Zeit ins Land ziehen. Zeit, die die deutsche DHL nutzen kann, um im grenzüberschreitenden Geschäft weiter Boden gut zu machen. Denn genau dort sehen Experten auch das größte Wachstumspotenzial.

"Mehr als jeder Dritte hat schon einmal im Ausland bestellt", sagt Logistikexperte Manner-Ronnberg. "Und diese Quote wird in Zukunft deutlich steigen."

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