Dienstag, 10. Dezember 2019

Gebot für Lincare Linde strebt Milliardenübernahme an

Der Linde-Konzern stärkt mit dem Zukauf sein Geschäft mit der Versorgung von Patienten im Heimbereich

Jetzt ist es amtlich: Linde hat dem US-Sauerstoffgerätehersteller Lincare ein Übernahmeangebot unterbreitet. Der Münchener Dax-Konzern ist bereit, insgesamt rund 4,6 Milliarden Dollar für das Unternehmen zu zahlen.

München - Mit dem US-Konzern Lincare sei bereits eine Übernahmevereinbarung unterzeichnet, gab Linde bekannt. Der Dax-Konzern will alle verfügbaren Lincare-Aktien erwerben und bietet den Aktionären 41,50 Dollar pro Anteilsschein in bar. Die angestrebte Akquisition hat somit ein Transaktionsvolumen von etwa 4,6 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) . Mit einem Abschluss wird im Laufe des dritten Quartals 2012 gerechnet.

Die Finanzierung erfolge durch einen Akquisitionskredit in Höhe von 4,5 Milliarden Dollar und aus laufenden Mitteln, teilte Linde Börsen-Chart zeigen weiter mit. Der Akquisitionskredit werde refinanziert durch Fremd- und Eigenkapitalmaßnahmen. Über die Übernahme war bereits vergangene Woche spekuliert worden.

Laut Finanzblog "Alphaville" der "Financial Times" ist der deutsche Industriegaseproduzent bislang stark bei der Versorgung von Kliniken. Lincares Stärke sei die Versorgung von Patienten im Heimbereich mit Sauerstoffgeräten, Geräten zur Ernährung und zur Zuführung von Medikamenten.

Das Geschäft mit medizinischem Sauerstoff und der Versorgung von Atemwegspatienten gilt in der Branche als attraktiv. Es wirft häufig eine höhere Rendite ab als das Geschäft mit der Versorgung großer Industriekunden. Erst vor wenigen Monaten hatte Linde für rund 590 Millionen Euro vom US-Wettbewerber Air Products das Geschäft mit Beatmungs- und Schlaftherapien in verschiedenen europäischen Ländern übernommen.

Für Linde-Chef Wolfgang Reitzle wäre der Zukauf sechs Jahre nach der Übernahme des britischen Gasespezialisten BOC noch einmal ein großer Wurf. In Branchenkreisen wird seit langem damit gerechnet, dass der 63 Jahre alte Manager seine Karriere vor seinem Vertragsende im Jahr 2014 noch mit einer großen Übernahme krönen will.

Unter Reitzles Führung war Linde bereits in den vergangenen Jahren massiv gewachsen. Im vergangenen Jahr kletterte der Umsatz um 7,1 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Euro.

mg/dpa-afx/rtr

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