Gewinn erst 2013/2014 Heidelbergs Verlustserie setzt sich fort

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck erwartet auch im gerade begonnenen Geschäftsjahr keinen Gewinn. Da der Konzern Stellen abbaut, hat sich der Verlust im vergangenen Geschäftsjahr erhöht.
Gewinne noch nicht in Sicht: Heidelberger Druck leidet fortgesetzt unter der Digitalisierung in den Medien

Gewinne noch nicht in Sicht: Heidelberger Druck leidet fortgesetzt unter der Digitalisierung in den Medien

Foto: DPA

Stuttgart - Nach der mittlerweile vier Jahre dauernden Verlustserie erwartet der weltgrößte Druckmaschinenbauer Heidelberger Druck erst für das nächste Geschäftsjahr wieder schwarze Zahlen. "Wir liegen im Plan, um unsere angestrebten mittelfristigen Profitabilitätsziele zu erreichen", teilte der Konzern am Donnerstag vor der Bilanzpressekonferenz mit.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 vergrößerte sich der Verlust des Branchenführers nochmals auf 230 Millionen Euro von 129 Millionen Euro im Vorjahr, da Heidelberger Druck zum zweiten Mal binnen weniger Jahre Tausende Stellen abbaute.

Bis Mitte 2014 soll die Mitarbeiterzahl auf unter 14.000 Beschäftigte sinken und Heidelberger Druck  - mit verringerter Kostenbasis - die Rückkehr in die Gewinnzone ermöglichen. Vor fünf Jahren hatte der mit einem Marktanteil von rund 40 Prozent weltweit führende Hersteller von Bogendruckmaschinen für die Produktion von Broschüren, Verpackungen und Geschäftspost noch knapp 20.000 Beschäftigte.

Der Umsatz schrumpfte im abgelaufenen Geschäftsjahr um 1,3 Prozent auf knapp 2,6 Milliarden Euro, auch der Auftragseingang fiel mit 2,56 Milliarden Euro 7 Prozent schwächer als vor Jahresfrist aus. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten verharrte mit drei Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Hoffnung auf Ende einer jahrelangen Talfahrt

Für das im April angelaufene neue Geschäftsjahr 2012/13 rechnet der Konzern mit einem deutlich positiven Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen, das im ersten Halbjahr jedoch noch von den Kosten der Messe Drupa und dem Anlauf neuer Produkte belastet sein werde. Im Geschäftsjahr 2013/14 sei dann wieder ein Überschuss erreichbar, stellte der Konzern in Aussicht.

Auf der alle vier Jahre stattfindende Messe Drupa holte Heidelberger viele neue Aufträge herein. "Für das erste Quartal im laufenden Geschäftsjahr geht das Unternehmen aufgrund des erfolgreichen Verlaufs der Drupa von einem Auftragseingang von über 800 Millionen Euro aus", teilte der Konzern weiter mit. Das sei der höchste Wert in den vergangenen vier Jahren. Das weltweite Druckvolumen steige derzeit leicht an, machte der Vorstand Hoffnung auf ein Ende der jahrelangen Talfahrt.

Die deutsche Druckmaschinenbranche steckt seit Jahren in der Krise, zuletzt schreckte die Insolvenz von Manroland auf. Zwar steigt der Bedarf an Gedrucktem in den Schwellenländern und auch der Verpackungsdruck gilt als Wachstumsmarkt. Aber die zunehmende Digitalisierung in den Medien nagt an den Umsätzen der Kunden, den Druckereien

rei/rtr/dpa
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