Übernahmestrategie VW und Porsche planen steuerfreie Fusion

Eigentlich müsste Porsche bei einem Zusammenschluss mit VW rund 1,5 Milliarden Euro an Steuern zahlen. Doch mit einem Trick könnten die Autobauer diese Steuerpflicht umgehen. Das Finanzamt in Stuttgart hat laut Medienberichten bereits grünes Licht gegeben.
Eine VW-Stammaktie könnte die Fusion der beiden Autobauer von der Steuer befreien

Eine VW-Stammaktie könnte die Fusion der beiden Autobauer von der Steuer befreien

Foto: Kay Nietfeld/ picture-alliance/ dpa

Düsseldorf - Volkswagen und Porsche haben einem Bericht zufolge eine Möglichkeit gefunden, ihre Fusion ohne eine milliardenschwere Steuerzahlung umzusetzen. Das Finanzamt Stuttgart habe den Unternehmen rechtsverbindlich versichert, dass bei der von ihnen gewählten Konstruktion der Übernahme keine Steuern anfielen, berichtete die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Informationen aus Kreisen des Finanzministeriums in Baden-Württemberg.

Für das Einbringen ihrer Tochter Porsche  AG würde die Holding Porsche SE 4,5 Milliarden Euro von VW erhalten. Im Falle einer Steuerpflicht hätte Porsche SE dafür schätzungsweise 1,5 Milliarden Euro an Steuern zahlen müssen, schrieb das Wirtschaftsmagazin.

Der Fiskus habe laut dem Bericht die Steuerfreiheit gewährt, weil Porsche SE für die Porsche AG nicht nur Geld, sondern auch eine einzige Volkswagen Stammaktie  erhalten soll. Damit gehe es steuerrechtlich nicht mehr um einen Verkauf, sondern um eine Umstrukturierung. Das ermögliche wiederum die Befreiung von der Steuer.

Sprecher von Porsche und VW wollten den Magazinbericht nicht näher kommentieren. Sie betonten lediglich, die Prüfungen zur wirtschaftlich sinnvollen Schaffung eines integrierten Automobilkonzerns seien noch nicht abgeschlossen. Ein Sprecher des Finanzministeriums von Baden-Württemberg verwies darauf, dass die Behörde zu steuerlichen Einzelfällen generell keine Auskunft gebe.

Neben dem steuerlichen Aspekt bremsen Schadenersatzklagen gegen die Porsche-Holding in Milliardenhöhe einen Zusammenschluss. Hintergrund der Klagen bilden Vorwürfe von Investoren, Porsche habe im Zuge seines 2005 gestarteten Versuchs, VW zu übernehmen, seine Absichten verschleiert und zulasten anderer Börsenakteure einen Kurssprung bei VW-Aktien provoziert. Die Beherrschung von VW scheiterte, da sich Porsche 2009 finanziell damit verhob. Die Wolfsburger wollen daher nicht die belastete Holding übernehmen, sondern nur das operative Geschäft der Porsche AG. Die Klagerisiken verbleiben bei der Holding.

oa/apd
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