Mittwoch, 27. Mai 2020

Bekenntnis zu ACS Hochtief hofft auf neue Milliardenaufträge

Aller Protest nutzte nichts. Die spanische ACS hatte den Baukonzern Hochtief im vergagenen Jahr übernommen

Vergeblich hatte sich Hochtief gegen die Übernahme durch ACS gewehrt. Jetzt erhofft sich das Management neue Milliardenaufträge aus der Zusammenarbeit und könnte dabei vom Wissen der Spanier profitieren - etwa beim Bau neuer Stromleitungen in Deutschland.

Frankfurt am Main - Der Baukonzern Hochtief Börsen-Chart zeigen erhofft sich von der Zusammenarbeit mit seinem spanischen Mehrheitsaktionär ACS Börsen-Chart zeigen milliardenschwere Geschäfte. "Wir sehen Potenzial für gemeinsame Umsätze im höheren einstelligen Milliardenbetrag, etwa bei Verkehrsprojekten in Nordamerika und Australien oder Stromleitungen in Deutschland", sagte Hochtief-Finanzchef Peter Sassenfeld der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Derzeit hätten beide Unternehmen drei Projekte von rund einer Milliarde Euro im Bau: eine Brücke in Schottland, einen Staudamm in Kalifornien und die Infrastruktur für eine Mine am Golf.

ACS hatte sich im vergangenen Jahr die Mehrheit an Hochtief gesichert, nachdem sich der deutsche Bauriese vergeblich gegen eine Übernahme gestemmt hatte. Der seit Mai 2011 amtierende Hochtief-Chef Frank Stieler hat angekündigt, die Kooperation mit dem neuen Mutterkonzern auszubauen.

So will Hochtief etwa beim anstehenden Bau neuer Stromleitungen im Zuge der Energiewende in Deutschland vom Fachwissen der Spanier in diesem Bereich profitieren. Zudem soll die Zusammenarbeit auf dem nordamerikanischen Markt verstärkt werden. Vor wenigen Tagen zogen die Konzerne gemeinsam einen milliardenschweren Auftrag zum Bau einer Autobahn in Kanada an Land.

Das aktuelle zweite Quartal laufe für Hochtief nach Plan, sagte der Finanzchef der Zeitung. "Wir nehmen den Rückenwind aus dem ersten Quartal mit." In den ersten drei Monaten des Jahres steigerte Hochtief den Auftragseingang um 42 Prozent, der Auftragsbestand erreichte mit rund 50 Milliarden Euro einen Rekordwert.

rei/rtr

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