China Baosteel und Wuhan bauen Megastahlwerke

Die chinesischen Stahlriesen Baosteel und Wuhan bekommen grünes Licht für den Bau von zwei der größten Stahlwerke der Welt. Deren Produktionskapazität entspricht fast der Hälfte der deutschen Rohstahlproduktion.
Stahlumladestation in China: Neues Baosteel-Werk könnte fast ein Viertel der deutschen Jahresproduktion stemmen

Stahlumladestation in China: Neues Baosteel-Werk könnte fast ein Viertel der deutschen Jahresproduktion stemmen

Foto: China Photos/ Getty Images

Peking - Chinas Stahlunternehmen wollen ihre Kapazitäten kräftig aufstocken. Und die Regierung gibt dazu jetzt grünes Licht. Chinas größter börsennotierter Stahlproduzent Baosteel kann mit dem Bau seines lange geplanten Riesenstahlwerks beginnen.

Das Werk mit einer Jahresproduktionsleistung von rund zehn Millionen Tonnen Stahl entstehe in der südchinesischen Hafenstadt Zhanjiang, wie die Regierungsbehörden mitteilten. Die neue Produktionsstätte soll rund 69,7 Milliarden chinesische Yuan (8,75 Milliarden Euro) kosten.

2005 hatte der Konzern mit den Planungen für das Werk begonnen. Vor drei Jahren jedoch stoppten die Behörden wegen Überkapazitäten in der chinesischen Stahlindustrie das Vorhaben. Mit zehn Millionen Tonnen zusätzlicher Stahlkapazität würde sich Baosteel vorbei an Anshan auf Rang zwei der chinesischen Stahlhersteller schieben.

Insgesamt könnte der Konzern dann jährlich 53 Millionen Tonnen Stahl herstellen. Zum Vergleich: Deutschland produzierte nach Angaben des Herstellerverbandes Wirtschaftsvereinigung Stahl 2011 knapp 44,3 Millionen Tonnen Rohstahl.

Auch der Hersteller Wuhan Iron darf mit dem Bau einer geplanten Hütte beginnen. Für 9,2 Millionen Tonnen zusätzliche Stahlkapazität investiert der Konzern demnach 64 Milliarden Yuan (8 Milliarden Euro) und damit in einer ähnlichen Größenordnung wie Baosteel. Das Werk entsteht in Fangchenggang, ebenfalls im Süden Chinas gelegen.

Regierung will Schlüsselprojekte vorantreiben

Parallel zu den hohen Investitionsplänen haben die chinesischen Stahlhersteller im ersten Quartal nach Angaben des chinesischen Verbandes zusammen zwar Verluste von rund einer Milliarde Yuan (125 Millionen Euro) eingefahren. Die Nachfrage nach Stahl wächst in China aber weiter: Im März legte allein der Absatz von Personenfahrzeugen unerwartet stark um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.

Zuletzt hatte es verstärkt Befürchtungen gegeben, ein schwächeres Wirtschaftswachstum in China könne auch auf dem Verkauf von Autos und damit der Stahlproduktion lasten. Viele Experten erwarten, dass es in China in den nächsten Jahren zu einer harten Konsolidierung der Stahlbranche kommt, wenn die erheblichen Infrastrukturinvestitionen abgeschlossen sind.

Mit den Großprojekten will die chinesische Regierung offenbar eine ganze Reihe von Infrastrukturinvestitionen anstoßen. Chinas Premier Wen Jiabao hatte Anfang der Woche betont, mehr für das Wirtschaftswachstum tun zu wollen und damit Spekulationen hinsichtlich von Konjunkturprogrammen ausgelöst. Vor wenigen Tagen hatte die Regierung dann mitgeteilt, Schlüsselprojekte für die chinesische Wirtschaft vorantreiben zu wollen.

krk/dpa

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