Montag, 18. November 2019

Krisenplan Lufthansa bastelt an neuem Billigflieger

Der neue Lufthansa-Billigflieger "Direct 4 You" soll Verkehr außerhalb der großen Airports abdecken

Arabische Konkurrenten und Billigkonkurrenten machen der Lufthansa das Leben schwer. Mit der Gründung einer neuen Billigfluglinie versucht der Konzern nun einen Befreiungsschlag. Auch die Zusammenlegung zweier Lufthansa-Töchter steht zur Diskussion.

Frankfurt/Main - Die Lufthansa Börsen-Chart zeigen will eine neue Billig-Airline mit dem Namen "Direct 4 you" gründen. Ein solches Konzept werde seit einigen Wochen geprüft, sagte ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Die Planungen beinhalteten unter anderem Inlandsflüge beispielsweise zwischen Stuttgart und Hamburg. Die neue Fluglinie soll laut "Bild"-Zeitung am 1. Januar 2013 an den Start gehen. Bis 2015 sollten bis zu 90 Flieger in die neue Gesellschaft integriert werden, die dann den Luftverkehr außerhalb der großen Hubs wie Frankfurt oder München abdeckt.

Für die Mitarbeiter im Cockpit, in den Kabinen und am Boden bedeutet die Zusammenlegung der Zeitung zufolge schlechtere Tarifbedingungen bis hin zu Kündigungen. Zudem sei geplant, günstige Leiharbeiter einzusetzen. Eine Auflösung des Tochterunternehmens Germanwings werde es aber nicht geben. "Das steht nicht zur Diskussion", sagte der Sprecher.

Zusammenlegung von Eurowings und Germanwings angedacht

Über die künftigen Veränderungen der Fluggesellschaft habe Passagier-Vorstand Carsten Spohr die Mitarbeiter in einem offenen Brief informiert, sagte der Sprecher. Das Projekt "Direct 4 you" sei dabei nicht namentlich genannt worden.

Dabei überlegt die Lufthansa auch die Zusammenlegung ihrer Töchter Eurowings und Germanwings. Dies werde derzeit innerhalb einer Projektstudie geprüft, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Es gebe dazu aber noch keinen Beschluss.

Die Fluggesellschaft befindet sich derzeit in einer schwierigen Marktsituation. Billigflieger und arabische Airlines machen dem Konzern zu schaffen, hinzu kommt der Nettoverlust von 13 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Mit einem neuen Sparprogramm will die Lufthansa nun den Kampf mit der Konkurrenz aufnehmen. Im Passagiergeschäft sollen 600 Millionen Euro eingespart und 300 Millionen an zusätzlichen Umsätzen erwirtschaftet werden. Einen Stellenabbau schließt die Lufthansa dabei nicht aus.

wed/dpa/dapd

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