Familienkonzern Lufthansa-Finanzvorstand wird neuer Haniel-Chef

Die Führungsfrage beim Metro-Großaktionär Haniel ist geklärt. Stephan Gemkow, derzeit Finanzvorstand der Deutschen Lufthansa, soll als Chef zum Duisburger Familienkonzern wechseln und auf Jürgen Kluge folgen.
Metro-Zentrale: Großaktionär Haniel bekommt einen neuen Chef

Metro-Zentrale: Großaktionär Haniel bekommt einen neuen Chef

Foto: Rolf Vennenbernd/ picture alliance / dpa

Hamburg - Nach Informationen von manager magazin online ist die Personalie bei Haniel entschieden, der Aufsichtsrat der Lufthansa müsste Gemkow vorzeitig aus seinem bis 31. Mai 2014 laufenden Vertrag entlassen. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Haniel, Franz Markus Haniel (57), will die Neubesetzung nach Angaben von manager-magazin online am kommenden Wochenende verkünden, wenn sich hunderte von Gesellschaftern der Familienfirma zu ihrem alljährlichen Treffen in Duisburg versammeln.

Gemkow soll bei Haniel Jürgen Kluge (58) ablösen, der in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der wichtigsten Haniel-Beteiligung, der Metro AG , nicht besonders glücklich agiert hatte. Das Verhältnis zwischen Kluge und dem seinerzeitigen Metro-Vorstandschef Eckhard Cordes (61) war zerrüttet, nachdem Kluge begonnen hatte, einen Nachfolger für Cordes zu suchen.

Cordes erklärte schließlich im Oktober 2011, dass er seinen ein Jahr später auslaufenden Vertrag nicht verlängern werde. Kurz darauf ließ Kluge verlauten, dass er sich von seinem Amt als Haniel-Chef zurückziehen werde, sobald ein Nachfolger für ihn gefunden sei.

Stephan Gemkow gilt bei der Lufthansa  als ein Manager, dessen Interessen weit über das Finanzressort hinausgehen. So beteiligte er sich selbstbewusst an strategischen Diskussionen und widersprach dabei auch seinen Vorgesetzten. So wandte er sich intern gegen den Plan des früheren Lufthansa-Chefs Wolfgang Mayrhuber (65), die marode Austrian Airlines zu übernehmen. Allerdings konnte sich Gemkow nicht durchsetzen. Zuletzt sah er offenbar nur wenig Raum für seinen Gestaltungswillen.

Beim aktuellen Sparprogramm der Airline hat die Federführung sein Vorstandskollege Carsten Spohr (45) übernommen, der die Passagierluftfahrt verantwortet. Schon Gemkows Vorgänger, Karl-Ludwig Kley (60), war aus ähnlichen Gründen gegangen. Er wollte Unternehmenschef werden und wurde es beim Pharmakonzern Merck.

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