Sonntag, 15. September 2019

Rückstellungen erhöht Windparks setzen Siemens-Prognose zu

Siemens muss wegen Probleme mit zwei Umspannplattformen erneut Geld zurücklegen

Mit der Energiewende will Siemens-Chef Peter Löscher viel Geld verdienen. Das fällt dem Industriekonzern schwerer als erwartet. Nun muss der Konzern mehr Geld für Stromübertragungsprojekte zurückstellen - und offenbar seine Gewinnprognose kappen.

Hamburg - Siemens wird einem Zeitungsbericht zufolge seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr kippen. Grund seien weitere Rückstellungen für missratene Stromübertragungs-Projekte, die bereits das erste Quartal belasteten, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD, Dienstagausgabe) unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmens.

Zudem werde der Konzern personelle Konsequenzen ziehen. Der Chef der Stromübertragungssparte, Udo Niehage, müsse gehen. Siemens wollte den Bericht der Zeitung zufolge nicht kommentieren.

Bereits im ersten Vierteljahr des laufenden Geschäftsjahres kosteten Siemens Börsen-Chart zeigen Verzögerungen beim Anschluss von Windparks vor der deutsche Küste im Ergebnis 203 Millionen Euro. Den Konzern plagen Lieferverzögerungen bei zwei der bei ihm bestellten Umspannplattformen, mit deren Hilfe der auf dem Meer erzeugte Windstrom an Land gebracht werden soll. Im zweiten Quartal müsste der Konzern nochmals Rückstellungen in der selben Größenordnung bilden, berichtete die FTD. Damit sollten drohende Verluste abgefedert werden.

Der angepeilte Gewinn von sechs Milliarden Euro aus dem fortgeführten Geschäft für das Gesamtjahr seien damit nicht zu halten. Die Veröffentlichung des Zwischenberichts zum zweiten Quartal ist für den 25. April vorgesehen.

wed/rtr/dapd

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