Neuer Ölunfall Brasilien hält Chevron-Manager fest

Der Streit zwischen Brasilien und dem Ölkonzern Chevron spitzt sich zu. Nach erneutem Ölaustritt an einer Förderanlage vor der brasilianischen Küste halten Behörden 17 Manager des Konzerns und der Tiefbohrfirma Transocean fest. Sie dürfen das Land nicht verlassen.
Probleme in Brasilien: Managern des US-Ölkonzerns Chevron droht Strafanzeige in dem Land. Sie dürfen nicht ausreisen

Probleme in Brasilien: Managern des US-Ölkonzerns Chevron droht Strafanzeige in dem Land. Sie dürfen nicht ausreisen

Foto: FRED PROUSER/ REUTERS

Rio de Janeiro - Nach Berichten örtlicher Medien am Wochenende gab ein Gericht in Rio de Janeiro einem entsprechenden Antrag der Staatsanwaltschaft in Campos (Bundesstaat Rio) statt. Staatsanwalt Eduardo Santos de Oliveira kündigte Strafanträge gegen die 17 Manager von Chevron  und des Schweizer Tiefbohrunternehmens Transocean wegen Umweltvergehen an.

Von dem Ausreiseverbot sind den Berichten zufolge Chevron- und Transocean-Mitarbeiter aus den USA, Brasilien, Frankreich, Australien und Großbritannien betroffen, unter ihnen auch der amerikanische Chef von Chevron Brasilien, George Buck. Chevron habe sich zunächst nicht äußern wollen, da das Unternehmen noch nicht offiziell über die juristischen Schritte informiert worden sei, hieß es.

Der Ölkonzern hatte am vergangenen Donnerstag die vorübergehende Einstellung der Förderung im Frada-Ölfeld im Campos-Becken mitgeteilt. Techniker hätten bei Routinekontrollen einen erneuten Austritt sehr geringer Öl-Mengen ins Meer festgestellt. Nach Angaben der brasilianischen Marine hat sich mittlerweile etwa 130 Kilometer vor der Küste Rios ein rund ein Kilometer langer Ölteppich gebildet.

In dem Gebiet waren Ende vergangenen Jahres bereits bei Bohrungen in großer Meerestiefe schätzungsweise 2400 Barrel (je 159 Liter) Öl ins Meer gelaufen. Chevron hatte die volle Verantwortung für den Vorfall übernommen. Die brasilianischen Behörden verlangen Schadenersatz in Milliardenhöhe.

rei/dpa-afx
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