Freitag, 23. August 2019

Flugzeugbau Boeing verbündet sich mit chinesischem Herausforderer

Comacs Mittelstreckenflugzeug C919: Boeing setzt auf Kooperation mit den Chinesen

Der US-Flugzeugbauer Boeing kooperiert mit der Konkurrenz aus China. Gemeinsam mit dem Flugzeugbauer Comac wollen die Amerikaner spritsparende Flieger entwickeln - und so Boden auf den Wettbewerber Airbus gutmachen.

Peking - Der US-Flugzeugbauer Boeing macht einen aufstrebenden Konkurrenten zum Partner: Die Amerikaner haben sich am Dienstag mit der Commercial Aircraft Corp. of China (Comac) verbündet, dem Hersteller des mit Spannung erwarteten Kurz- und Mittelstreckenjets C919.

Gemeinsam wollen Boeing und Comac daran arbeiten, den Treibstoffverbrauch der Flugzeuge zu senken. Dazu finanzieren sie ein Forschungszentrum in Peking. Der chinesische Markt gilt als einer der wachstumsstärksten überhaupt. So erwartet Boeing Börsen-Chart zeigen, dass die Fluglinien des Landes bis 2030 rund 5000 neue Maschinen brauchen.

Spritsparende Jets sind in Zeiten steigender Ölpreise überall auf der Welt gefragt. So prüft Boeing gerade, seinen Langstreckenflieger 777 zu modernisieren. Bei der kleineren Boeing 737 ist die Entscheidung bereits gefallen, nachdem Airbus angekündigt hatte, seine A320-Familie zu überarbeiten.

Beide Modellreihen verkaufen sich glänzend. Erst Ende Januar bestellte die Billigfluggesellschaft Norwegian insgesamt 222 Flugzeuge bei der EADS-Tochter und dessen US-Konkurrenten. Norwegian zahlt für die neuen Flugzeuge rund 16,5 Milliarden Euro.

Comac fordert das Duopol heraus

Comac fordert mit seiner C919 die Verkaufsschlager von Boeing und Airbus heraus. Den Chinesen wird zugetraut, das globale Duopol im Luftfahrtbau aufzubrechen. Comac wird, wie auch die brasilianische Flugzeugbauer Embraer, seit Jahren zu den aufstrebenden Herausforderern der Platzhirsche Boeing und Airbus gerechnet.

Für Boeing dürfte die Kooperation mit den Chinesen bei der Entwicklung treibstoffsparender Flieger auch eine Reaktion auf die zuletzt eingebüßte Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Airbus sein.

Die Tochter des Luft- und Rüstungskonzerns EADS Börsen-Chart zeigen Tochter ist nach ihrem Rekordjahr 2011 für acht Jahre ausgelastet. Mit 4000 Neueinstellungen soll die Produktion den Aufträgen angepasst werden. Vor allem dank des spritsparenden Mittelstreckenjets A320 sammelte Airbus im vergangenen Jahr netto Aufträge für 1419 Flugzeuge ein und übertraf damit ihren bisherigen Bestwert aus dem Jahr 2007. Die Zahl der ausgelieferten Flugzeuge wuchs auf den neuen Spitzenwert von 534 Maschinen.

krk/dpa

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