Rekordergebnis Bayers Gewinn steigt um 90 Prozent

Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer hat im vergangenen Jahr seinen Gewinn fast verdoppelt. Auch der Umsatz erreichte dank guter Geschäfte in den Schwellenländern einen Rekord. Nur die von der Autokonjunktur abhängige Kunststoffsparte blieb hinter den Erwartungen zurück.
Qualmende Schornsteine: Das Bayer-Werk in Leverkusen brummt

Qualmende Schornsteine: Das Bayer-Werk in Leverkusen brummt

Foto: A3250 Oliver Berg/ dpa

Leverkusen - Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sei 2011 vor Sondereffekten wie etwa Restrukturierungen um 7,2 Prozent auf 7,61 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag zur Bilanzvorlage am Stammsitz in Leverkusen mit.

Dabei blieb Bayer  allerdings im vierten Quartal unter den Erwartungen. Im Zeitraum Oktober bis Dezember erzielte Bayer einen bereinigten operativen Gewinn von 1,54 Milliarden Euro, Analysten hatten mit 1,62 Milliarden gerechnet.

Der Überschuss im Gesamtjahr schnellte dagegen um 89,9 Prozent auf 2,47 Milliarden Euro in die Höhe. Der Konzern setzte mit seinen drei Sparten Gesundheit - wozu auch das Pharmageschäft gehört - sowie Kunststoffe und Pflanzenschutz im vergangenen Jahr 36,53 Milliarden Euro um, ein Plus von 4,1 Prozent.

Für das laufende Jahr äußerte sich Konzernchef Marijn Dekkers optimistisch. "Wir sind ordentlich ins Geschäftsjahr 2012 gestartet." Für das Gesamtjahr erwartet Bayer bereinigt um Wechselkurseffekte sowie um Zu- und Verkäufe einen Umsatzanstieg von etwa 3 Prozent. Der bereinigte operative Gewinn vor Sondereinflüssen soll leicht zulegen. Dazu sollen die Sparten Gesundheit und Pflanzenschutz beitragen, für das Kunststoffgeschäft rechnet der Konzern wegen eines schwierigen Marktumfelds mit einem stagnierenden Ergebnis.

Bayer erwartet Milliardenumsätzen von vier neuen Arzneien

Die Gesundheitssparte trug mit 17,2 Milliarden Euro fast die Hälfte zum Konzernumsatz bei, wuchs aber nur um 1,5 Prozent. Dekkers hob die "gute Entwicklungspipeline bei Pharma" hervor. Vier neue Medikamente hätten das Potenzial zu Blockbustern mit Spitzenumsätzen von mehr als einer Milliarde Euro im Jahr, vom Gerinnungshemmer Xarelto erhoffe sich Bayer bis zu zwei Milliarden Euro. Da teure Studien inzwischen abgeschlossen seien, werfe das Pharmageschäft nun mehr Gewinn ab.

Für den Hoffnungsträger Xarelto meldete Bayer einen Erfolg im Genehmigungsverfahren der US-Gesundheitsbehörde FDA. Diese habe eine vorrangige Prüfung bei Einsatz des Mittels in Kombination mit Standard-Plättchenaggregationshemmung zur Sekundärprävention nach einem akuten Koronarsyndrom angekündigt. Die FDA werde ihre Prüfung nun innerhalb von sechs Monaten statt innerhalb der üblichen Bearbeitungsfrist von zehn Monaten nach Erhalt der Unterlagen abschließen, hieß es.

Die Agrarchemiesparte wuchs um 6,2 Prozent auf 7,3 Milliarden Euro, besonders neue Pflanzenschutzmittel brachten Wachstumsraten von bis zu 23,6 Prozent für Saatgutbehandlungsmittel. Enttäuscht zeigte sich Dekkers dagegen von der Kunststoffsparte, die unter anderem von Aufträgen der Autoindustrie lebt und 6,7 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro zulegte. Allerdings habe die Sparte ihre Preise in allen Geschäfteinheiten und Regionen anheben können.

ak/rtr/dpa-afx
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