Sparprogramm Heideldruck streicht 2000 Stellen

Der weltgrößte Druckmaschinenhersteller Heidelberger Druck setzt erneut massiv den Rotstift an. Das Unternehmen legt ein neues Sparprogramm auf, um wieder profitabel zu werden. Der Vorstand verweist auf die schlechte Lage der gesamten Branche.
Heideldruck-Werk in Wiesloch: Erholung der Branche verzögert sich

Heideldruck-Werk in Wiesloch: Erholung der Branche verzögert sich

Foto: dapd

Heidelberg - Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket sollen in den kommenden zwei Jahren die Kapazitäten und Kosten deutlich reduziert werden, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Dabei sei auch ein weltweiter Abbau von bis zu 2000 Stellen geplant. Davon sind 1200 Stellen in Deutschland betroffen.

Heidelberger Druck  will die Produktionskapazität reduzieren sowie die Vertriebs- und Servicekosten senken. Durch das Programm "Focus 2012" sollen rund 180 Millionen Euro eingespart werden, auf den Konzern kämen zugleich Einmalaufwendungen von bis zu 150 Millionen Euro zu. Im Geschäftsjahr 2013/14 solle damit ein operatives Ergebnis von rund 150 Millionen Euro sichergestellt werden.

Der Heidelberger-Druck-Vorstand hatte bereits im November angekündigt, das Unternehmen mit noch knapp 16.000 Beschäftigten erneut nach Einsparmöglichkeiten zu durchforsten. Vorstandschef Bernhard Schreier hat bei Heideldruck seit 2008 bereits jede fünfte Stelle gestrichen.

Die Branchenerholung werde sich wegen der anhaltenden konjunkturellen Unsicherheit weiter verzögern, erklärte Schreier. Wettbewerber Manroland hatte im November Insolvenz angemeldet, die größte Unternehmenspleite des vergangenen Jahres in Deutschland.

Das Ziel eines ausgeglichenen Vorsteuerergebnisses für das bis Ende März laufende Geschäftsjahr 2011/2012 hatte Heideldruck schon Ende Oktober kassiert. Nach neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres betrug das betriebliche Ergebnis vor Sondereinflüssen laut aktuellen Zahlen minus 19 Millionen Euro nach minus 26 Millionen Euro im Vorjahr. Vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen (Ebit) lag der Quartalsgewinn im Herbst bei rund zwei Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Im Quartal zuvor hatte Heidelberger Druck fünf Millionen Euro verdient.

Der Umsatz sank von 636 auf 630 Millionen Euro, die Aufträge lagen bei 640 Millionen Euro nach 668 Millionen Euro im Vorquartal. Der Quartalsverlauf sei in schwierigem Umfeld im Rahmen der Erwartungen gewesen, hieß es seitens des Unternehmens. An der Frankfurter Börse fiel die Aktie um gut 1 Prozent.

ak/rtr/dapd/dpa-afx
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