Donnerstag, 5. Dezember 2019

Schwieriges Marktumfeld Hochtief bleibt auf Flughafen-Beteiligungen sitzen

Hochtief kommt mit dem Konzernumbau nur schleppend voran.

1,5 Milliarden Euro wollte der Baukonzern einnehmen, doch aus dem Verkauf der Airports wird vorerst nichts. Damit müssen die Aktionäre - allen voran der spanische Baukonzern ACS - auf eine Sonderausschüttung verzichten. Der zuständige Vorstand hatte bereits kurz vor Weihnachten hingeworfen.

Düsseldorf - Der Baukonzern Hochtief legt den Verkauf seiner sechs Flughafen-Beteiligungen auf Eis. "Das Marktumfeld ist schwieriger als erwartet", begründete ein Unternehmenssprecher die Verzögerung. "Aber es bleibt unser strategisches Ziel, Hochtief Airports zu verkaufen."

Eigentlich hatte Hochtief-Vorstandschef Frank Stieler den Verkauf an den französischen Baukonzern Vinci oder den chinesischen Logistikriesen HNA noch 2011 unter Dach und Fach bringen wollen. Hochtief Börsen-Chart zeigen hatte auf einen Erlös von bis zu 1,5 Milliarden Euro gehofft. Dann hätte den Aktionären - allen voran dem spanischen Baukonzern ACS - eine Sonderausschüttung gewinkt.

So dürfte Hochtief das vergangene Jahr nach eigener Einschätzung mit einem Verlust von 100 Millionen Euro abgeschlossen haben. "Der Verkaufsprozess ist erst einmal tot", sagte ein Vertreter eines der beiden möglichen Käufer der Nachrichtenagentur Reuters. Das Magazin "WirtschaftsWoche" hatte berichtet, dass der Flughafen-Verkauf vor dem Scheitern stehe. Hochtief hält Minderheitsbeteiligungen an sechs Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg, Athen, Budapest, Tirana und Sydney.

Im Umfeld der potenziellen Käufer hatte es bereits im Herbst geheißen, die Verhandlungen mit den dortigen Miteigentümern über deren Mitspracherechte erschwerten den Prozess. So will Griechenland gleichzeitig seine Mehrheit am Athener Flughafen loswerden, um die leere Staatskasse zu füllen. "Da können zu viele Leute mitreden", zitierte die "WirtschaftsWoche" einen Beteiligten.

Der für die Flughafen-Beteiligungen zuständige Vorstand Martin Rohr hatte kurz vor Weihnachten von seinem Recht Gebrauch gemacht, Hochtief nach der Übernahme durch ACS zu verlassen. Damals hatte aber noch Hoffnung geherrscht, den Verkauf bald abschließen zu können. Hochtief wolle einen "vernünftigen Wert" für die Beteiligungen heben, hatte ein Aufsichtsrat Reuters gesagt. Die Finanzkrise mache aber die Finanzierung des Kaufs für die Interessenten nicht einfacher.

mh/reuters

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