Sonntag, 16. Juni 2019

Klage gegen Halliburton BP fordert 20 Milliarden Dollar

"Einmal ist zuviel": Die Ölpest im Golf von Mexiko ist die bislang größte Umweltkatastrophe in den USA

Die juristische Schlammschlacht nimmt kein Ende. Fast zwei Jahre nach der schweren Ölpest im Golf von Mexiko verklagt der britische Ölmulti BP seinen damaligen US-Partner Halliburton erneut auf Schadensersatz.

New York - BP verlange von dem Ölfeld-Dienstleister eine Entschädigung für die Beseitigung der Umweltschäden, entgangene Gewinne und alle anderen Kosten im Zusammenhang mit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon", wie aus der am Montag eingereichten Klageschrift hervorgeht. Eine konkrete Zahl wollte ein BP-Sprecher nicht nennen, sagte aber, dass die Gerichtsdokumente für sich sprechen würden.

Die Finanzagentur Bloomberg hatte zuvor den Umfang der Klage auf 20 Milliarden Dollar beziffert. Laut BP-Internetseite kostete die Beseitigung des Öl-Lecks und die Reinigung der Küsten den Konzern bislang 14 Milliarden Dollar. Weitere 20 Milliarden stellte BP für Schadensersatzforderungen und Renaturierungsmaßnahmen zurück. Halliburton war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das Unternehmen lieferte unter anderem den Zement zur Abdichtung des Bohrlochs.

BP wirft Halliburton vor, das Bohrloch auf dem Grund des Golf von Mexiko nicht sachgemäß abgedichtet und minderwertigen Zement verwendet zu haben. Der Ölkonzern will deshalb entschädigt werden - für die Beseitigung der Umweltschäden, entgangene Gewinne und alle anderen Kosten im Zusammenhang mit der Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon".

BP hatte bereits im vergangenen Jahr Schadensersatzklagen gegen Halliburton und den Bohrinsel-Betreiber Transocean eingereicht. Die beiden Geschäftspartner wehrten sich mit Gegenklagen. Die Bohrinsel war im April 2010 explodiert. Dabei starben elf Arbeiter. Fast 90 Tage floss Öl ins Meer, insgesamt mehr als vier Millionen Barrel. Der Unfall wurde zu einer der größten Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA.

rei/rtr

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