Mittwoch, 13. November 2019

Schienenkartell ThyssenKrupp will Bahn entschädigen

Gleise der Deutschen Bahn: Dem Unternehmen entstand durch die Preisabsprachen ein Schaden von bis zu einer Milliarde Euro

Der Stahlkonzern ThyssenKrupp arbeitet offenbar daran, einen seiner wichtigsten Kunden zurückzugewinnen. Das Unternehmen will die Deutsche Bahn einem Bericht zufolge für die entstandenen Mehrkosten durch das sogenannte Schienenkartell entschädigen.

Düsseldorf - Der Stahlproduzent ThyssenKrupp will einem Pressebericht zufolge mit der Deutschen Bahn wieder ins Geschäft kommen und arbeitet deshalb die Vorwürfe von Preisabsprachen beim Schienenverkauf auf. Der Ruhrkonzern hat rund ein Dutzend Mitarbeiter bei der Tochter GFT Gleistechnik entlassen und in einem weiteren Schritt nun eingewilligt, Schadensersatz an die Deutsche Bahn zu leisten, wie das "Handelsblatt" aus Branchenkreisen erfahren hat.

Interne Ermittlungen hätten ergeben, dass es Verfehlungen gegeben habe. Daher sei es verständlich, wenn die Bahn für das erlittene Unrecht entschädigt werde.

ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen hatte im Verbund mit Voestalpine, CMC Trinec (heute Moravia Steel) und anderen Stahlfirmen Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Hauptgeschädigte war die Deutsche Bahn, die beim Schienenkauf seit Mitte der 90er Jahre bis zu 30 Prozent zu viel zahlen musste.

Die Schadenssumme beläuft sich auf bis zu eine Milliarde Euro. Die Beteiligung an dem Schienenkartell wird ThyssenKrupp einen dreistelligen Millionenbetrag kosten.

mg/dpa-afx

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