Montag, 14. Oktober 2019

Solarzellenhersteller Solon rutscht in die Insolvenz

Die Sonne scheint für Solon nicht mehr - der Berliner Solarmodulhersteller ist pleite
Solon / Silke Reents
Die Sonne scheint für Solon nicht mehr - der Berliner Solarmodulhersteller ist pleite

Die Krise in der deutschen Solarbranche fordert ihr erstes Opfer: Der Berliner Solarzellenproduzent Solon ist pleite und muss Insolvenz anmelden. Monatelang versuchte Solon eine Neuausrichtung. Doch der Billigkonkurrenz eines Landes waren die Berliner nicht gewachsen.

Berlin - Der Berliner Solarzellenhersteller Solon ist zahlungsunfähig. Gespräche mit Investoren über eine finanzielle Restrukturierung seien am Dienstag gescheitert, teilte das Unternehmen mit.

Auch für die Tochtergesellschaften Solon Photovoltaik (Berlin), Solon Nord (Greifswald) und Solon Investments (Freiburg) habe die Gruppe Insolvenz beantragt. Solon Börsen-Chart zeigen hatte nach eigenen Angaben Ende 2010 über 800 Beschäftigte.

In den vergangenen Monaten habe Solon sich intensiv um seine Restrukturierung bemüht und Gespräche mit Banken, Bürgen und Investoren geführt, teilte das Unternehmen mit. Die Verhandlungen über eine einvernehmliche Lösung seien aber gescheitert.

Finanzielle Schwierigkeiten waren bereits im Juli offenbar geworden, als Solon infolge infolge der Pleite des österreichischen Solarzellenherstellers Blue Chip Energy 18 Millionen Euro abschreiben musste. Zuletzt hielt die Berliner Firma noch eine Beteiligung von 18 Prozent an dem österreichischen Unternehmen. Dennoch hatte sich Vorstandschef Stefan Säuberlich im Sommer noch zuversichtlich gezeigt, bis Jahresende mit den Banken zu einem Abschluss zu kommen. Konkret verhandelt wurde die Verlängerung von Krediten in Höhe von 275 Millionen Euro.

Für die ersten neun Monate des laufenden Jahres hatte Solon einen Verlust auf Konzernebene in Höhe von über 200 Millionen Euro verbucht. Die Nettoverschuldung lag Ende September bei knapp 400 Millionen Euro. Das Unternehmen leidet unter der schwachen Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten und dem anhaltenden Preisdruck. Probleme bereitet der heimischen Solarindustrie vor allem die Billigkonkurrenz aus China.

wed/dpa-afx/rtr

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