Dienstag, 7. April 2020

Deutsche Bahn Güterbahn fährt in die roten Zahlen

Abgekoppelt: Trotz vergleichsweise robuster Konjunktur fährt die Bahn im Güterverkehr hohe Verluste ein

Die Deutsche Bahn befürchtet wachsende Verluste im Schienengüterverkehr. Trotz guter Auftragslage rechnet die Konzerntochter DB Schenker Rail mit einem zweistelligen Millionenverlust vor Steuern: Damit hat die Güterbahn sich von der Konjunktur abgekoppelt - und die Krise droht sich zu verschärfen.

Hamburg - Die Deutsche Bahn (DB) fährt mit Transporten auf der Schiene trotz guter Auftragslage Verluste ein. Die Konzerntochter DB Schenker Rail Deutschland, wie die heimische Güterbahn der DB heißt, rechnet in diesem Jahr mit einem Negativergebnis von 14,1 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern. Das berichtet das manager magazin (Erscheinungstermin: 18. November) unter Berufung auf interne Papiere der Bahn.

Damit hat die Güterbahn des Staatskonzerns sich offenbar von der Konjunktur abgekoppelt. Im vergangenen Jahr hatte DB Schenker Rail Deutschland noch ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. 2011 hingegen fährt sie in die roten Zahlen, obwohl der Umsatz um voraussichtlich 6,4 Prozent auf rund 3,5 Milliarden Euro steigen wird.

Der Chef von DB Schenker Rail, Alexander Hedderich, gibt in einem Brief an seine Führungskräfte vor allem steigenden Kosten für Energie und Trassenmiete die Schuld an der Misere. "Die Ergebnisschwäche bei DB Schenker Rail Deutschland droht sich in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen", warnt der Manager in dem Schreiben.

Externe Fachleute sehen die Ursache der Krise allerdings auch in Versäumnissen des Konzerns. So sei unter dem früheren Bahn-Chef zu wenig in neue Güterwagen und in die Instandhaltung investiert worden. DB Schenker Rail kämpfe nun mit einem überalterten Fuhrpark.

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