Hohe Industriegase-Nachfrage Linde profitiert weiter vom Asien-Boom

Das Geschäft in China boomt, das Sparprogramm greift: Der Industriegase-Spezialist und Anlagenbauer Linde überrascht mit anhaltend guten Quartalszahlen. Von einer Eintrübung der Konjunktur bekommt der Konzern nicht viel mit - und das dürfte weiter so bleiben.
Wasserstoff-Tankstelle von Linde: Geschäft in Schwellenländern stimmt den Gasespezialisten optimistisch

Wasserstoff-Tankstelle von Linde: Geschäft in Schwellenländern stimmt den Gasespezialisten optimistisch

Foto: Getty Images

München - Mit seinen Geschäftszahlen zum dritten Quartal unterstreicht das Münchener Unternehmen, dass die abflauende Weltkonjunktur in der Gasebranche bislang keine großen Bremsspuren hinterlässt.

Linde  erzielte im Zeitraum Juli bis September einen operativen Gewinn von 804 Millionen Euro, ein Plus von 7,3 Prozent binnen Jahresfrist, wie der Konzern am Freitag in München mitteilte. Damit schnitt Linde etwas besser ab als von Analysten erwartet. "Wir sind weiterhin gut unterwegs und können deshalb unseren bisherigen Ausblick bestätigen", sagte Konzernchef Wolfgang Reitzle.

Linde will im Gesamtjahr den Umsatz und seinen operatives Gewinn erhöhen. Im vergangenen Jahr war der nach Air Liquide weltweit zweitgrößte Gasehersteller auf einen operativen Gewinn von knapp unter drei Milliarden Euro gekommen. Damit hatte Linde die bisherige Bestmarke des Jahres 2008 übertroffen.

Bei Anlegern konnte Linde mit seinen Geschäftszahlen punkten: Zu Börsenstart lag die Linde-Aktie um 1,29 Prozent im Plus. "Viele Unternehmen schrauben ihre Jahresprognose derzeit nach unten - von daher ist das eine gute Nachricht", sagte ein Händler.

Geschäft in Schwellenländern sorgt für Optimismus

Der Konzern, der unter anderem die Stahl- und Elektronikbranche mit Sauerstoff und Stickstoff beliefert, setzte im dritten Quartal knapp 3,44 Milliarden Euro um - ein Zuwachs von 4,1 Prozent binnen Jahresfrist. Der Überschuss erhöhte sich um 15,1 Prozent auf 305 Millionen Euro. Linde profitierte dabei von einem massiven Sparprogramm, das Konzernchef Reitzle zu Beginn der Konjunkturkrise im Jahr 2008 aufgelegt hatte. Es soll im Zeitraum 2009 bis 2012 insgesamt 650 bis 800 Millionen Euro einbringen.

Dank einer kräftigen Gasenachfrage in den Schwellenländern ist Konzernchef Reitzle auch für die weitere Entwicklung zuversichtlich. "Selbst wenn sich die konjunkturelle Dynamik etwas abschwächen sollte, sehen wir für unser Geschäft - insbesondere in den Bereichen Energie und Umwelt sowie in den aufstrebenden Volkswirtschaften - nach wie vor gute Wachstumschancen", sagte der Manager. Die im März ausgegebenen Mittelfristziele bestätigte Reitzle. Demnach soll 2014 das operative Ergebnis bei mindestens vier Milliarden Euro liegen.

Starker Zuwachs im Gasegeschäft

Im Gasebereich konnte Linde in Asien Umsatz und Ergebnis im abgelaufenen Quartal besonders kräftig steigern. Die Erlöse kletterten dort um 13,9 Prozent, der operative Gewinn um 14 Prozent. Im Wachstumsmarkt China ist der Konzern inzwischen die Nummer Eins der Branche. Insgesamt steigerte Linde im Gasebereich seinen operativen Gewinn um 7,4 Prozent auf 771 Millionen Euro.

In der deutlich kleineren Anlagenbausparte nahm der operative Gewinn dank einiger besonders profitabler Projekte um 19,7 Prozent auf 73 Millionen Euro zu. Auch bei den Rivalen des Münchener Konzerns lief es im Sommerquartal rund.

Der US-Gasekonzern Praxair hatte seinen Nettoergebnis um knapp 14 Prozent auf 429 Millionen Dollar gesteigert, was leicht über den Erwartungen der Analysten lag. Der französische Branchenprimus Air Liquide hatte ebenfalls von gutem Wachstum im Quartal berichtet. Der Umsatz legte um knapp fünf Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu.

wed/rtr

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