Boeing Mehr Gewinn, weniger Flugzeuge

Es ist eine durchwachsene Zwischenbilanz, die der Flugzeughersteller Boeing vorlegt. Zwar nützt dem Airbus-Rivalen die stärkere Nachfrage der Airlines, weshalb Boeing die Gewinnprognose anhebt. Doch bei den Auslieferungen bis zum Jahresende fällt Boeing deutlich hinter Airbus zurück.
Boeing-Frachtmaschine 747-8: Die Produktion lässt sich nicht so rasch hochfahren wie erhofft

Boeing-Frachtmaschine 747-8: Die Produktion lässt sich nicht so rasch hochfahren wie erhofft

Foto: Getty Images

Chicago - Der US-Flugzeughersteller Boeing  profitiert von der Kauflust der Fluggesellschaften. Alleine im dritten Quartal konnte der Rivale von Airbus  konzernweit Bestellungen über 26 Milliarden Dollar einsammeln. Zudem kommt dem Unternehmen zugute, dass es nach jahrelangen Verzögerungen seinen Langstrecken-Jet 787 "Dreamliner" und seinen modernisierten Jumbo-Jet 747-8 erstmals ausliefern konnte. Boeing-Chef Jim McNerney hob am Mittwoch die Gewinnprognose fürs Gesamtjahr an.

Der Umsatz im dritten Quartal stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4 Prozent auf 17,7 Milliarden Dollar (12,7 Mrd Euro). Der Gewinn machte auch dank Kosteneinsparungen einen Sprung um 31 Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Mit einer derartigen Verbesserung hatten die Analysten nicht gerechnet. Vorbörslich stieg der Kurs in den USA um vier Prozent.

Probleme in der Produktion hemmen Auslieferungen

McNerney sprach von einem "herausragenden Quartal". Statt eines Gesamtjahres-Gewinns von 3,90 bis 4,10 Dollar je Aktie will er nun 4,30 bis 4,40 Dollar erzielen. Wermutstropfen sind allerdings die Flugzeug-Auslieferungen bis zum Jahresende. Hier musste Boeing seine Erwartungen von 485 bis 495 Maschinen auf noch rund 480 Exemplare zurückschrauben. Konkurrent Airbus peilt mit 520 bis 530 Flugzeugen längst höhere Marken an.

Boeing kann vor allem die Produktion der "Dreamliner" und der 747-8 in diesem Jahr nicht so rasch hochfahren wie gehofft. Statt bis zu 30 dieser Flugzeuge wird Boeing nun schlimmstenfalls nur noch 15 Exemplare an die Fluggesellschaften übergeben können, davon nur ein Drittel 787 "Dreamliner". Das Flugzeug besteht aus neuartigen Verbundmaterialien, was bei der Entwicklung und der Produktion für große Probleme gesorgt hatte.

Erfolgreicher Jungfernflug des Dreamliner

Am Mittwoch absolvierte die 787 erfolgreich ihren kommerziellen Jungfernflug für den Erstkunden, die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA), auf der Strecke von Tokio nach Hongkong. ANA hat allein 55 dieser Langstreckenflugzeuge bestellt, die bis Frühjahr 2018 ausgeliefert werden sollen. Bis Ende September sammelte Boeing 821 Bestellungen ein, zudem haben Fluggesellschaften 200 Kaufoptionen gezeichnet.

wed/dpa-afx
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