Sonntag, 15. September 2019

Triebwerksbauer MTU profitiert vom Luftfahrtboom

Mitarbeiter von MTU: Der Triebwerkshersteller hat seinen Umsatz im dritten Quartal um 12 Prozent gesteigert

Der derzeit noch zunehmende Flugverkehr sorgt beim Triebwerksbauer MTU für ordentliches Wachstum. Hohe Entwicklungskosten für neue Antriebe belasten allerdings den Gewinn. Auch die Bundeswehr wirft einen Schatten auf die Bilanz.

München - Der Münchener Triebwerksbauer MTU hat im dritten Quartal dank des Booms in der zivilen Luftfahrt einen überraschend kräftigen Umsatzsprung hingelegt. Der Gewinn ging allerdings wegen hoher Entwicklungskosten für neue Triebwerksmodelle zurück, wie die im MDax notierte Gesellschaft mitteilte.

Für das Gesamtjahr sieht MTU-Chef Egon Behle das Unternehmen auf Kurs, Umsatz und Gewinn wie geplant zu steigern. "Wir erwarten sowohl im Serien- als auch im Ersatzteilgeschäft ein starkes viertes Quartal", sagte der Manager.

Die starke Nachfrage der Fluggesellschaften ließ MTU Börsen-Chart zeigen die Einbußen im Rüstungsgeschäft verkraften. Hier schlugen sich die Kürzungen im deutschen Verteidigungshaushalt nieder.

Jahresziele werden wohl erreicht

Konzernweit legte der Umsatz zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12 Prozent auf 721 Millionen Euro zu. Die Entwicklung der neuen Antriebe für den neuen Airbus-Kassenschlager A320neo, und die Regionalflieger von Bombardier Börsen-Chart zeigen und Mitsubishi Börsen-Chart zeigen drückten allerdings ebenso aufs Ergebnis wie die Kosten für den Turboprop-Antrieb des Militärtransporters A400M.

Der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) sank weniger stark als erwartet um 2 Prozent auf gut 80 Millionen Euro. Der bereinigte Überschuss ging um 10 Prozent auf rund 46 Millionen Euro zurück. Unter dem Strich kam MTU auf einen Gewinn von gut 39 Millionen Euro, etwas mehr als ein Jahr zuvor.

Für 2011 zeigte sich die Konzernspitze weiterhin optimistisch. Nicht nur beim Triebwerksverkauf, bei der Flugzeugwartung im Auftrag der Fluggesellschaften geht Vorstandschef Behle von einem "positiven Trend" aus.

Der Umsatz von zuletzt 2,7 Milliarden Euro soll um 7 bis 8 Prozent zulegen, das bereinigte Ebit auf 325 Millionen Euro wachsen. Auch der bereinigte Nettogewinn soll den Vorjahreswert von 182 Millionen Euro leicht übertreffen. Nach neun Ebit von 244 Millionen und einen bereinigten Überschuss von 135 Millionen Euro erreicht.

Triebwerksbauer MTU: Befreit aus fremden Fängen

mg/dpa-afx

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