Stahlbranche IG Metall fordert 7 Prozent mehr Lohn

Mit einer hohen Lohnforderung geht die IG Metall in die Tarifverhandlungen in der Stahlindustrie. Für die größere Metall- und Elektroindustrie gilt noch der moderate Abschluss von Anfang 2010. Doch auch dort zeigt sich Deutschlands größte Gewerkschaft kämpferisch.
Auch er will 7 Prozent mehr: Stahlkocher von ThyssenKrupp in Duisburg

Auch er will 7 Prozent mehr: Stahlkocher von ThyssenKrupp in Duisburg

Foto: Oliver Berg/ dpa

Düsseldorf - Die IG Metall fordert 7 Prozent mehr Geld für die 75.000 Stahlkocher in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bremen. Auf diese Forderung in den anstehenden Tarifverhandlungen habe sich die Tarifkommission der Gewerkschaft in Sprockhövel (Ennepe-Ruhr-Kreis) geeinigt, teilte die IG Metall am Mittwoch in Düsseldorf mit.

"In der Stahlindustrie haben die Beschäftigten 2011 ordentliche Wertzuwächse geschafft", begründete der IG Metall-Bezirksleiter NRW, Oliver Burkhard, die Forderung. Auch 2012 sei ein moderates Wachstum zu erwarten. Daher müssten die Beschäftigten auch mehr verdienen. Die Tarifverhandlungen beginnen an diesem Freitag in Düsseldorf. Der laufende Tarifvertrag läuft am 31. Oktober aus. "Mit diesem Datum endet zugleich die Friedenspflicht", hieß es.

Für die Auszubildenden will die IG Metall die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung durchsetzen, für Ältere einen verbesserten tariflichen Anspruch bei der Altersteilzeit. Die Verhandlungen sollen am Freitagnachmittag in Düsseldorf beginnen. Der Abschluss gilt unter anderem für die Stahlkocher von ThyssenKrupp , Salzgitter  und ArcelorMittal .

Die Gewerkschaft bereitet sich bereits auf die Tarifrunde 2012 für die Metall- und Elektroindustrie vor, wo die meisten ihrer Mitglieder beschäftigt sind. Im vorigen großen Abschluss im Februar 2010 hatte die größte deutsche Gewerkschaft nur ein Lohnplus von 2,7 Prozent und eine Einmalzahlung von 320 Euro durchgesetzt. Wegen der langen Laufzeit des Tarifvertrags von 23 Monaten konnte sie ihre günstige Verhandlungsposition im Aufschwung nicht für neue Verhandlungen nutzen.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) rechnet im kommenden Jahr mit einem deutlichen Rückgang der Rohstahlerzeugung in Deutschland. Die Produktion werde voraussichtlich um rund 7,9 Prozent auf 40,4 Millionen Tonnen zurückgehen, prognostizierten die Experten in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Stahlbericht.

Dennoch rechnen die Wirtschaftsforscher nur mit einem moderaten Beschäftigungsrückgang in der Branche. Die Zahl der Beschäftigten werde voraussichtlich nur um 1,4 Prozent sinken, da die Unternehmen bemüht seinen, ihre qualifizierten Mitarbeiter zu halten.

ak/dpa/rtr/dapd
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