Nach Gewinneinbruch Philips streicht 4500 Stellen

Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat nach einem Gewinneinbruch im dritten Quartal einen weltweiten Stellenabbau angekündigt. Besonders das Geschäft mit Unterhaltungselektronik läuft schlecht.
Trennungsjahr: Philips will sein Fernsehergeschäft nach China abgeben

Trennungsjahr: Philips will sein Fernsehergeschäft nach China abgeben

Foto: Getty Images

Amsterdam - Der Gewinn sei von 524 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 76 Millionen Euro gefallen, teilte der im Umbau befindliche Konzern am Montag in Amsterdam mit. Der Abbau von weltweit rund 4500 Stellen sei Teil des 800 Millionen Euro schweren Sparprogramms, sagte der seit April amtierende Vorstandschef Frans van Houten. 1400 Jobs sollen in den Niederlanden wegfallen. Mit dem Personalabbau werde das Sparziel zu 60 Prozent erreicht, für den Rest der Einsparungen müssten andere Kosten gekürzt werden.

In der Zeit zwischen Juli und September sanken die Umsätze unter anderem wegen der Abspaltung der problemreichen TV-Sparte und eines eher mauen Geschäfts mit Unterhaltungselektronik von 5,46 auf 5,394 Milliarden Euro. Insgesamt habe das fortgeführte Geschäft aber um 6 Prozent zugelegt, teilte Philips  mit. Die Beleuchtungssparte habe 8 Prozent, die Gesundheitssparte 7 Prozent mehr umgesetzt.

Operativ verdienten die Niederländer noch 273 Millionen Euro, ein Rückgang von fast 50 Prozent. Das Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen belief sich auf 368 Millionen Euro und damit 6,8 Prozent des Umsatzes gegenüber einer Zielmarke von 10 bis 12 Prozent.

An den mittelfristigen Wachstumszielen will der Konzern aber festhalten. Zugleich setzt Philips sein Programm zum Rückkauf eigener Aktien für zwei Milliarden Euro fort. Kurzfristig sieht van Houten aber keine grundlegende Verbesserung. "Wir sind noch in der frühen Phase eines mehrjährigen Wandels, um eine unternehmerischere und schlankere Gesellschaft zu werden", sagte van Houten.

Die TV-Sparte soll in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Bildschirmhersteller TPV eingebracht werden. Die Verhandlungen darüber dauerten länger als erwartet, teilte van Houten mit, seien aber konstruktiv. Sollte es keinen Abschluss geben, erwäge der Konzern andere Optionen.

ak/dpa

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