Rohstoffpreise Südzucker profitiert von der Zucker-Teuerung

Die steigenden Zuckerpreise verhelfen Südzucker zu einer deutlichen Umsatz- und Gewinnsteigerung. Davon konnte auch deren Tochter Cropenergies profitieren. 
Zucker: Südzucker profitiert von steigenden Preisen

Zucker: Südzucker profitiert von steigenden Preisen

Foto: Thomas Kauffelt/ Südzucker AG

Mannheim - Während Verbraucher tiefer in die Tasche greifen müssen, steigen bei Europas größtem Zuckerkonzern Gewinn und Umsatz deutlich. Südzucker  verbuchte im ersten Halbjahr (März bis Ende August) des laufenden Geschäftsjahres beim Gewinn ein Plus von 18 Prozent auf 145 Millionen Euro. Das teilte die im MDax  notierte Gesellschaft am Donnerstag mit. Wie bereits Ende September mit der Vorlage der vorläufigen Zahlen bekannt, kletterte das operative Konzernergebnis um 23 Prozent auf 347 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um rund 9 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro.

Dazu beigetragen hätten die Segmente Frucht und Zucker, vor allem durch höhere Erlöse in Osteuropa und beim teurer gewordenen Zucker für den Weltmarkt, der nicht strengen EU-Regeln unterliegt. Experten wiesen schon vor Monaten darauf hin, dass der Weltmarktpreis unter anderem wegen schlechter Ernten nach oben geschossen ist. Zugelegt hat auch die Tochter Cropenergies. Der Hersteller von Biokraftstoff hatte kräftig von gestiegenen Preisen für Bioethanol und eiweißhaltige Lebens- und Futtermittel profitiert und zwei Tage zuvor ebenfalls deutliche Zunahmen bei Gewinn und Umsatz vermeldet.

Für das Gesamtjahr 2011/2012 rechnet die Mannheimer Südzucker weiterhin mit einem Anstieg des Konzernumsatzes auf rund 6,5 (Vorjahr: 6,2) Milliarden Euro und einem operativen Konzernergebnis von mehr als 600 (Vorjahr: 519) Millionen Euro. Die Ergebnisverbesserung werde vor allem durch das Segment Zucker getragen.

Vor kurzem hatten mehrere Einzelhändler in Deutschland ihre Zuckerpreise stark angehoben und damit das seit mehr als zehn Jahren niedrigste Preisniveau verlassen. Ein Preiskampf unter Discountern hatte es vor zwei Jahren so weit gedrückt, dass Zucker auch im Vergleich zum Ausland - beispielsweise Polen - sehr günstig war.

Der Zuckermarkt in Europa ist seit Jahrzehnten stark reguliert. Ziel ist zum einen, europäischen Zuckerproduzenten ausreichende Einkommen zu sichern. Zum anderen wird die produzierte Menge begrenzt, damit auch Hersteller aus Drittstaaten eine Chance haben, ihre Ware auf den europäischen Markt zu bringen. Seit einer Reform im Jahr 2006 ist Europa stärker für Importe geöffnet, die Produktion wurde auf 85 Prozent des Verbrauchs begrenzt.

got/dpa
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