Teilverkauf bei Leighton Hochtief erhöht Prognose

Hochtief profitiert von seinem einstigen Sorgenkind Leighton: Der größte deutsche Baukonzern hat Rohstoffaktivitäten seiner australischen Tochter verkauft und hebt nun seine Prognose für das Gesamtjahr an.
Hochtief-Mitarbeiter in Düsseldorf: Rohstoffaktivitäten von Leighton sind für rund 500 Millionen Euro verkauft worden

Hochtief-Mitarbeiter in Düsseldorf: Rohstoffaktivitäten von Leighton sind für rund 500 Millionen Euro verkauft worden

Foto: dapd

Essen - Mehrere Projekte der Leighton-Tochtergesellschaft HWE Mining in der Region Pilbara seien für umgerechnet 512 Millionen Euro an den Rohstoffkonzern BHP Billiton verkauft worden, teilte Hochtief mit. Die Tochter Leighton erziele mit dem Verkauf einen Gewinn nach Steuern von 118,5 Millionen Euro. Hochtief-Aktien drehten nach den Neuigkeiten in einem sehr schwachen Markt zeitweise in die Gewinnzone.

Aufgrund dieser "erfreulichen Entwicklung" bei Leighton erhöhte der mehrheitlich zum spanischen Baukonzern ACS gehörenden MDax-Konzern seine bisherige Prognose für das Geschäftsjahr 2011. Wie die Jahresziele nun genau aussehen, verschweigt der Konzern aber noch. Dies will Hochtief  präzisieren, wenn der Verkauf seiner Flughafen-Beteiligungen in trockenen Tüchern ist.

Die Essener wollen ihr Flughafengeschäft verkaufen. Anfang September schied der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport aus dem Bieterkreis für die Hochtief-Flughafensparte aus. Übrig geblieben sind noch der französische Baukonzern Vinci und die chinesische HNA Group. Hochtief hatte angekündigt, sich bis zum Jahresende von seinen Flughafenbeteiligungen zu trennen. Dabei ist ein Verkauf oder auch ein Börsengang der Sparte im Ganzen geplant.

Nach erfolgreichem Abschluss dieser Transaktion, die in den nächsten Wochen zu erwarten sei, werde der Konzern daher die Prognose präzisieren, hieß es weiter. Zuletzt rechneten die Essener für das Gesamtjahr mit einem etwa auf die Hälfte zum Vorjahr reduzierten Ergebnis vor Steuern. Der Konzerngewinn soll laut Angaben von Mitte August im laufenden Jahr das Niveau des Vorjahres aber übertreffen.

Aktie dreht zeitweise in die Gewinnzone

Am Finanzmarkt war die Reaktion positiv: Hochtief-Aktien dämmten ihre Verluste in einem sehr schwachen Marktumfeld deutlich ein. Am Mittag verloren die Titel noch 0,07 Prozent auf 47,76 Euro. Zwischenzeitlich hatten die Aktien nach den Nachrichten sogar deutliche Kursgewinne verzeichnet.

"Der Verkauf ist ein großer Erfolg und entspricht unserer Strategie, reife Projekte auch bei entsprechendem Angebot zu verkaufen", sagte Hochtief-Chef Frank Stieler. Ein genereller Strategiewechsel im Rohstoffmarkt sei damit nicht verbunden. "Contract-Mining bleibt eine sehr ertragreiche Kernkompetenz unserer Tochter." Die zahlreichen anderen Projekte in Australien liefen unverändert weiter. Um neue Aufträge bewerbe sich der Konzern dort und in Südost-Asien, in der Mongolei und in Südafrika.

Der bereits Anfang August 2011 angekündigte Verkauf der Geschäftsaktivitäten von HWE Mining folge der Strategie von BHP Billiton, bislang extern erbrachte Leistungen an eigenen Minen wieder in den Konzern zu integrieren. Für Leighton habe sich die Gelegenheit geboten, bestehende Projekte zu einem attraktiven Preis zu veräußern und so einen außerordentlichen Buchgewinn zu erzielen, teilte Hochtief mit.

mg/dpa-afx/rtr
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